Lebenswichtige Organe verfehlt

Schuss auf Kater Whisky: Geschoss steckt in Knochen der Katze

Entsetzen: Bianca Schütt (links) und Studentin Jenny Knaben in der Tierarztpraxis Am Feuerteich. Am Hinterbein von Whisky ist das Einschussloch zu sehen. Foto: Huck

Hann. Münden. Entsetzen bei Tierhaltern. Auf Kater Whisky wurde geschossen. In seinem rechten Hinterlauf steckt ein Bleigeschoss. Es ist im Knochen eingeschlagen und steckt fest.

Tierarzt Sören Düvel behandelt Whisky, den seine Besitzer Thorsten und Bianca Schütt am Donnerstag in seine Arztpraxis gebracht hatten. Was das Ehepaar dort erfuhr, schockierte sie: Auf den geliebten Kater wurde geschossen. Mit welcher Waffe, ist nicht bekannt.

Am Mittwochnachmittag kam Whisky, der gerne durch die Nachbargärten streift, nach Hause und legte sich schlafen. „Mir kam es komisch vor, dass er den ganzen Abend schlief, aber augenscheinlich fehlte ihm nichts und darum beobachtete ich sein Verhalten erst einmal“, erzählt Bianca Schütt.

Am Abend humpelte der Kater dann leicht, am nächsten Morgen konnte er sein Bein überhaupt nicht mehr belasten und wollte sich selbst von seiner Familie nicht anfassen lassen. „Wir sind dann natürlich sofort zum Arzt gefahren, aber mit der Diagnose hätten wir nicht gerechnet“, so Thorsten Schütt.

Die Katzenbesitzer waren davon ausgegangen, dass sich der Kater vielleicht versprungen oder mit einem anderen Tier Streit gehabt hätte. Unter dem Fell versteckt fand Sören Düvel dann das Einschussloch, das Geschoss im Knochen ist auf dem daraufhin erstellten Röntgenbild gut zu erkennen. Fast einen Zentimeter lang und 0,4 Zentimeter breit ist es. Was damit geschieht, ist noch nicht sicher. „Wenn wir Glück haben, kapselt sich die Kugel ab und verursacht dann auch keine Probleme mehr, denn sie zu entfernen ist sowohl schmerzhaft für den Kater als auch gefährlich, der Knochen könnte dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärt Tierarzt Sören Düvel. Dabei hat Kater Whisky noch Glück im Unglück gehabt, denn die Kugel hätte auch ein lebenswichtiges Organ treffen können.

Die Söhne der Familie Schütt, Phillip und Julian, acht und vier Jahre alt, sind entsetzt und traurig. „Wir haben ihnen vorsichtig erklärt, was passiert ist, denn anlügen wollten wir sie nicht“, so Bianca Schütt. Julian habe daraufhin angefangen zu weinen und am Abend Angst gehabt einzuschlafen, erzählt seine Mutter. Die Familie wohnt im Brunnenstieg, der die Straßen Schöne Aussicht und Molkenbrunnenweg verbindet. „Whisky läuft nie weit weg, es muss also hier, mitten im Wohngebiet auf ihn geschossen worden sein“, so Bianca Schütt. „Was für ein Mensch macht so etwas? Hier wohnen doch auch viele Kinder“, fragt sich die zweifache Mutter. Um vielleicht eine Antwort darauf zu bekommen, hat die Familie Schütt den Fall zur Anzeige gebracht. (zwh)

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