Bücherei holt viele Sprachen ins Tauschregal

Do you read English? Noch ist das Regal für fremdsprachige Literatur so gut wie leer: Büchereileiterin Kirsti Hensellek hofft auf Spenden fremdsprachiger Bücher für das neue Angebot in der Hann. Mündener Stadtbücherei. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Die Stadtbücherei in Hann. Münden will ein Tauschregal mit Literatur in nicht-deutscher Sprache anlegen.

In Hann. Münden leben Menschen mit vielen verschiedenen Muttersprachen. Dem will die Stadtbücherei im Welfenschloss künftig Rechnung tragen und auch fremdsprachige Bücher anbieten: In einem Regal, das am Ende des Lesesaals schon dafür freigeräumt wurde, soll eine Art Tauschbörse entstehen.

„Wir hoffen auf Bücherspenden“, sagt Büchereileiterin Kirsti Hensellek. Denn: Die fremdsprachigen Bücher werden nicht in den Büchereibestand aufgenommen und verwaltet, sondern an diesem Regal kann sich jeder bedienen, auch, wenn er keinen Büchereiausweis hat.

Wer Bücher in einer fremden Sprache ausgelesen hat und sie nicht mehr braucht, gibt sie in der Bücherei am Tresen ab. Von dort werden sie dann ins Tauschregal einsortiert. So kann ein ständiger Austausch entstehen.

Das Angebot soll ein zusätzlicher Anreiz sein, in die Bücherei zu kommen, so Hensellek. Und wer immer an dem vielfältigen Büchereibestand vorbeiflaniert, um zum Vielsprachen-Regal zu kommen, der lässt sich ja vielleicht doch einen Ausweis ausstellen.

BÜCHEREISTATISTIK

Die Statistik der Stadtbücherei für das Jahr 2015 hatte Sylvia Goll kürzlich im Gesellschaftsausschuss vorgestellt. Demnach hat sich die Zahl der Ausleihen im Vergleich zu 2014 zwar weiter reduziert, doch die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen war intensiver. Goll wies darauf hin, dass wegen des Wegfalls einer halben Stelle im März vergangenen Jahres die Öffnungszeiten hatten reduziert werden müssen, was ein Grund für die geringere Ausleihe sein könne. Insgesamt zählte das Büchereiteam

32 281 Ausleihen im vorigen Jahr - Stadtbücherei Hann. Münden und Ortsbücherei Hemeln zusammengerechnet. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 35 994 Ausleihen gewesen.

Darunter nahm mit 10 356 Zugriffen die Kinder- und Jugendliteratur einen großen Stellenwert ein, dicht gefolgt von 10 303 Romanen, die an den beiden Standorten entliehen wurden.

Kassetten, DVDs und CDs gingen 3956 Mal über den Tresen. Man habe den Bestand gründlich durchsortiert, berichtete Goll, und „Ladenhüter“ entfernt, sodass sich der Bestand auf jetzt 34 881 Medieneinheiten reduziert habe (im Jahr 2014: 35 994).

1841 Bücher, CDs und Filme wurden voriges Jahr aber auch neu aufgenommen, darunter 420 Spenden aus der Bevölkerung. Die Zahl der Neuanmeldungen habe sich von 272 auf 280 leicht erhöht, was das Büchereiteam auf Werbeaktionen und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zurückführt.

44 Veranstaltungen bot die Stadtbücherei im vergangenen Jahr an, zu denen 760 Besucher kamen. Die neu eingeführten Samstagsöffnungszeiten würden gut genutzt, ebenso der online-Katalog der Bücherei mit über einer Million Zugriffen.

Die Bücherei bietet einen kostenlosen Internetzugang. Seit kurzem kann man sich mit dem Büchereiausweis über das NBib24 Portal auch E-Books zum Lesen holen. (tns)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.