Stromtrasse: Baustart für Jahr 2017 geplant

Der Energieversorger TenneT ist bei der Planung der 380 Kilovolt-Freileitung von Wahle nach Mecklar auf der Zielgeraden. Die Trasse wird auch über Staufenberger Gebiet führen. Das Foto zeigt Strommasten bei Sichelnstein, links den der 110 kV-Bahnstromleitung, rechts den der 220 kV-Leitung. Die Gemeinde Staufenberg will, dass der Bahnstrommast zurückgebaut wird und die Leitung zusammen mit der 380 kV-Leitung auf ein Gestänge kommt. Foto: Krischmann

Hann.Münden/Staufenberg. Der Energieversorger TenneT ist bei der Planung der 380 Kilovolt-Freileitung von Wahle nach Mecklar auf der Zielgeraden.

Das Stromversorgungsunternehmen TenneT rechnet in der ersten Hälfte 2017 mit der Baugenehmigung für die 380-Kilovolt (kV)-Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar im Leitungsabschnitt C. Der liegt zwischen dem Umspannwerk Hardegsen und der Landesgrenze nach Hessen.

Bis zum Sommer, davon geht TenneT-Sprecher Markus Lieberknecht aus, werde das Unternehmen die eingegangenen Einwände zur Trassenplanung bearbeitet haben und „unsere Antworten und Erwiderungen auf die Stellungnahmen an die Genehmigungsbehörde übergeben haben.“

Zuständig für das Erteilen der Genehmigung, des so genannten Planfeststellungsbeschlusses, ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Sobald die Genehmigung vorliege, wolle Tennet mit dem Bau beginnen.

Bis zum 3. Juni vorigen Jahres hatten Kommunen, Fachbehörden und Verbände, sogenannte Träger öffentlicher Belange, sowie Privatpersonen Gelegenheit, zur Planung Stellung zu nehmen. Die Landesbehörde in Hannover, unterstützt von TenneT, arbeitet 56 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange sowie 121 Einwendungen von Privatpersonen ab - bezogen auf den rund 48 Kilometer langen Abschnitt zwischen Hardegsen und der hessisch-niedersächsischen Landesgrenze.

Freileitung und Erdkabel

Wie der Unternehmenssprecher erläutert, würden 55 Kilometer Freileitung sowie - im Bereich Göttingen - 5,5 Kilometer Erdkabel verlegt. Zur Frage, warum Erdkabel, verweist Lieberknecht auf das Energieleitungsausbaugesetz. Danach soll im Rahmen des Vorhabens Wahle-Mecklar der abschnittsweise Einsatz von Erdkabel getestet werden. Der Bereich Göttingen biete sich an, weil dort die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände von 400 Meter bzw. 200 Meter zu Wohngebäuden unterschritten werden.

Stadtgebiet Hann. Münden

Die Stadtverwaltung Hann. Münden hat in ihrer Stellungnahme an die Landesbehörde der von TenneT beantragten Trassenführung zugestimmt, ihr Einverständnis aber an eine Reihe von Bedingungen geknüpft.

Die wichtigsten Forderungen lauten: 

• Entlang von Waldschneisen sollen die Waldränder geschützt und die Schneisen nicht weiter ausgeweitet werden. Dazu sagt Markus Lieberknecht, die Forderung werde von TenneT beachtet.

• Die Stadt verlangt, dass Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens für die Erdgastransportleitung MET in die Bewertung der 380 kV-Freileitung einbezogen werden. Das Vorhaben Erdgastransportleitung sei TenneT bekannt und sei bei den Planungen berücksichtigt worden. Das gelte auch für die weiteren Planungsschritte.

• Die Stadt Hann. Münden fordert, dass ein für den Bau der Stromleitung benötigte Fläche im Stadtwald auch dort wieder ausgeglichen wird. Dazu erklärt der Unternehmenssprecher, aktuell könne TenneT noch keine endgültigen Aussagen zu einzelnen Ausgleichsmaßnahmen treffen. Dies werde im weiteren Verlauf des Genehmigungsverfahrens geklärt.

Gemeinde Staufenberg 

Die Gemeinde Staufenberg verlangt in ihrer Stellungnahme, dass im Bereich Sichelnstein/Benterode die Masten der 110 kV-Bahnstromleitung zurückgebaut werden und die 110 kV-Leitung mit auf das Gestänge der 380 kV-Leitung kommt.

Dazu sagt Markus Lieberknecht: „Die Planungen, so wie sie jetzt auch Teil des Verfahrens sind, sehen eine Mitnahme der Bahnstromleitung auf dem Gestänge der 380 kV-Leitung im Bereich der angesprochenen Dörfer zu. Dementsprechend wird nach Inbetriebnahme der TenneT-Leitung die Bahnstromleitung in diesem Bereich zurückgebaut.“

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