Die Wunderwelt der Pilze

Ausbildung zum Pilz-Coach: Naturpark Münden prüfte zehn Teilnehmer

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Karin Tegeler hat einen ungenießbaren Kiefernbraunporling, einen hervorragenden Färbepilz, gefunden.

Hann. Münden. Bei einer besonderen Ausbildung hat der Naturpark Münden Theorie und Praxis rund um das Thema Pilze vermittelt. 

Pilze üben auf viele Menschen eine Faszination aus, sind oft wunderschön in Formenvielfalt und Farbgebung und bieten vieles mehr, als sie nur zu essen. Die Faszination Pilze erlebten zehn Frauen und Männer, die an einer „Pilz-Coach-Ausbildung“ aus privatem und beruflichem Interesse teilgenommen haben, die der Naturpark Münden angeboten hat.

Am Sonntag haben die Teilnehmer erfolgreich eine Prüfung absolviert. In zwei dreitägigen Blöcken, im Juli und im Oktober, wurden die verschiedenen Themenbereiche rund um Pilze angegangen: Ökologie der Pilze, Bedeutung im Ökosystem, Lebensformen, Pilzgrundwissen, Formenvielfalt, Pilzbestimmung, Lagerung, Zubereitung und Unterscheidung von Speise- und Giftpilzen.

„Denn der Verzehr der Pilze steht nicht im Vordergrund“, machte Referentin Karin Tegeler deutlich.

Informativ: Die Teilnehmer haben nicht nur viel über Pilze gelernt, sie hatten auch Spaß bei der Pilz-Coach-Ausbildung. Fotos:  Siebert

Sammeln und Bestimmen

Bei Exkursionen in den Wäldern standen das Begutachten und Sammeln von Pilzen an, in den Räumen des Naturpark Münden im Forstbotanischen Garten fanden Theorie, Pilzbestimmung und praktische Anwendungen mit Pilzen statt. „Für mich ist dies ein wichtiges Zusatzseminar zu meiner Ausbildung als Waldpädagogin“, sagte Birte Piderik aus Celle. Auch Axel Wolters aus Langelsheim (bei Goslar) möchte das Wissen für seine zukünftige Tätigkeit als Waldpädagoge nutzen.

Verarbeitung 

Um das Thema auch von der pädagogischen und praktischen Seite auszuprobieren, wurden Papier geschöpft, Pilzschmuck aus getrockneten Pilzen gefertigt, mit Pilzen Wolle gefärbt. Spannend wurde es beim Versuch, Feuer mit dem Zunderschwamm zu entfachen und beim rotrandigen flachen Lackporling durch Hitzeeinwirkung Glanz erzeugen. „Es gibt Heilpilze, wie beispielsweise den Violetten Rötelritterling, der soll blutdrucksenkende Wirkung haben“, erwähnte Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturparks Münden.

In Deutschland gibt es keine kontaktgiftigen Pilze, das heißt eine Pilzvergiftung durch Berührung ist nicht möglich.

Theorie und Praxis

Parallel zum Pilzsachverständigen arbeitet der Pilz-Coach. Er soll Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene für die Welt der Pilze begeistert.

Dabei stehen nicht die Artenkenntnisse von Speisepilzen im Vordergrund, sondern viele Möglichkeiten in Theorie und Praxis, die das umfangreiche Reich der Pilze sonst noch zu bieten hat. Pilz-Coach geben ihre Pilzbegeisterung unter anderem in Kindergärten, Schulen und verschiedenen Bildungseinrichtungen weiter.

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