Integration auf dem Brett

Macht eine gute Figur: Patrick Hänse auf dem Longboard am Tanzwerder in Hann. Münden. Fotos: Dittrich

Hann. Münden. Patrick Hänse engagiert sich ehrenamtlich für junge Flüchtlinge. Seit einer Woche bietet der 33-jährige Gastronom einen Longboardkurs für minderjährige Flüchtlinge an.

Das Training findet wöchentlich donnerstags ab 15 Uhr an der Kaserne statt. Eine Einheit dauert bis zu 90 Minuten. „Vergangene Woche waren schon sechs Teilnehmer mit dabei“, freut sich Hänse über die Resonanz.

In der ersten Lektion lernten die jungen Migranten zunächst allgemeine Verkehrsregeln kennen und standen auf einem Longboard. Hänse stellt zum Üben seine eigenen Boards bereit. Um den Kurs anbieten zu können, belegte Hänse zunächst eine Integrationslotsenschulung. Dort traf er auf Andrea Möller, die in der Bürgerinitiative (BI) "ein.münden" aktiv ist. Die Ehrenamtlichen der BI bieten unter anderem Sprachkurse für Flüchtlinge. Hänse sagt, dass Möller ihn beim Bürgerfrühstück im Mündener Rathaus auf sein Hobby ansprach. „Ich fahre fast überall mit dem Longboard hin und hatte es dabei.“ Einige Flüchtlinge hätten gegenüber Möller Interesse an dem Sport geäußert. Die Initiative sei von Möller gekommen.

Deswegen war sie bei der ersten Longboardstunde dabei. Zu Gast war auch die Koordinatorin vom Fachteam „junge Flüchtlinge II“ Christiane Meyer. Das Team ist Teil des Vereins Jugendhilfe Süd-Niedersachsen der Jugendämter.

Start ermöglichen

Hänse erklärt sein Engagement so: „Ich möchte den jungen Migranten einen guten Start hier in Deutschland ermöglichen. Außerdem sollen sie eine Alternative zu anderen Sportarten haben. Ich freue mich, wenn sie das Boarden beibehalten.“ Man sollte anderen Menschen immer offen gegenübertreten, so Hänse. Zu den Teilnehmern zählen Eriträer, Afghanen und Syrer. Hänse möchte seine Erfahrungen mit ihnen teilen. Seit drei Jahren fährt er Longboard, weil er gerne an der frischen Luft ist. Der Trend aus Amerika gefällt ihm, weil er auf dem Longboard schneller als zu Fuß ist. Einen Führerschein hat er nicht. Hänse sagt: „Die Rückmeldungen von Freunden, Bekannten und den Teilnehmern sind absolut positiv. Mir macht es viel Spaß.“

Hintergrund: Unterschied zu Skateboards

Generell ist ein Longboard länger als ein Skateboard. Die Maße sind variabel, erklärt Hänse. Ein Longboard ist etwa 23 Zentimeter breit und bis zu einem Meter lang. Die vier Rollen eines Longboards sind deutlich breiter und dicker als bei einem Skateboard. Deswegen kann man schneller fahren. Ein Longboard hat vier Flex-Stufen: Steif (Stiff) sowie Flex I bis III. Das Brett ist also elastisch. Durch den weiten Achsenabstand zwischen den Rollen ist die Stabilität höher als beim Skateboardfahren. Der Einstieg sei leichter, so Hänse. „Das ist ein Vorteil.“ Longboards sind beliebte Fortbewegungsmittel. Seit 1998 ist der Sport aus Amerika in Deutschland bekannt.

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