Kampf gegen Kinderpornografie: Mündener Richter fordert härtere Strafen

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Dr. Wilfried Kraft

Hann. Münden. In der Debatte um ein härteres Vorgehen gegen Kinderpornografie hat der Direktor des Mündener Amtsgerichts, Dr. Wilfried Kraft, härtere Strafen gefordert. Im Blick hat er dabei in erster Linie nicht das obere Strafmaß, sondern die Mindeststrafe.

Im Interview mit unserer Zeitung sagte Kraft: „Wenn man härtere Strafen will, dann muss man die jeweilige Mindeststrafe erhöhen.“ Man könne keinen Richter dazu zwingen, höhere Strafen zu verhängen, so Kraft, „es sei denn, man erhöht die Mindeststrafe, unter die dann kein Richter gehen kann“.

Derzeit liegt der Strafrahmen für den Besitz, die Verbreitung und die Herstellung von Bildern, „die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern“ zeigen, zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft. Wer mit solchen Darstellungen zudem handelt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

Mit einer Haftstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe wird derzeit der Besitz solcher Bilder geahndet.

Vor dem Mündener Amtsgericht werden im Jahr im Schnitt zwei bis drei Fälle verhandelt, in denen es um den Besitz und die Verbreitung von Kinderpornografie geht. (ems)

 

Das vollständige Interview lesen Sie morgen in der gedruckten Ausgabe der Mündener Allgemeinen.

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