Umfrage: Kein Qualm während der Arbeit

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Bald Vergangenheit: Verbände fordern, die Zigarettenpause in der Arbeitszeit zu verbieten.

Altkreis Münden. Wirtschaftsverbände des Mittelstandes fordern die Einführung komplett rauchfreier Arbeitszeiten in Deutschland. „Raucherpausen kosten die Betriebe bares Geld und stören den Arbeitsablauf“, heißt es vom Präsidenten des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft. Rauchen im Büro ist schon lange in den meisten Unternehmen Vergangenheit.

„Seit der Einführung des Gesetzes zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens darf bei der Städtischen Verwaltung in Hann. Münden nicht mehr während der Arbeitszeit geraucht werden“, sagt Pressesprecherin Julia Bytom. „Die Mitarbeiter stempeln sich aus, wenn sie rauchen gehen“, sagt sie. Es seien aber generell nur noch sehr wenige, ergänzt sie.

Kein absolutes Verbot

Beim Mündener Gummiwerk gibt es eine Vereinbarung zum Nichtraucherschutz, aber kein absolutes Verbot. „Bei uns gibt es keinen Zeitabzug“, sagt die Personalleiterin Beate Lambrecht. „Wir setzen bei unseren Mitarbeitern auf sinnvollen Umgang mit dem Gut Zeit. Auch Nichtraucher nehmen sich gelegentliche Auszeiten“, sagt sie.

Günter Lohmann Personalleiter bei Händler und Natermann sagt: „In unserem Unternehmen gibt es derzeit noch persönliche Verteilzeiten. Raucherpausen werden toleriert, sind aber immer wieder Diskussionsthema.“ Die Nichtraucher würden häufig die Abwesenheit ihrer rauchenden Kollegen beklagen.

Dadurch entstünde oft ein sozialer Unfrieden, sagt er. „Zigaretten aber komplett aus dem Unternehmen zu verbannen, stelle ich mir derzeit schwierig vor“, sagt Lohmann.

Betriebsablauf gibt Pause vor

Auch am DHL Standort in Lutterberg wird fast ausschließlich zu festen Pausenzeiten geraucht. „Der Betriebsablauf lässt dies anders auch in den meisten Fällen gar nicht zu“, sagt Pressesprecher Thomas Kutsch. In den Hallen herrscht zudem ein Rauchverbot wegen explosiver Stoffe, erklärt er.

Konkret würde eine Hausordnung das Verhalten der über 600 Mitarbeiter am Lutterberger Standort regeln. Raucherpausen gehören nicht zur Arbeitszeit, deshalb stempeln sich die Mitarbeiter zur Raucherpause aus, sagt Kutsch. Er glaube nicht, dass eine Zigarettenlänge den Betriebsablauf störe, aber häufig bleibe es ja nicht dabei.

Bei der Mündener Sparkasse gibt es in den größeren Gebäuden einen Raucherraum. „Der ist aber nicht nur für Mitarbeiter“, sagt Gabriele Schuster, „sondern auch für Gäste und Referenten. Wir wollen verhindern, dass sich vor den Gebäuden beispielsweise während Seminaren und Veranstaltungen Raucherkolonnen bilden“, sagt Schuster. Die Mitarbeiter würden sich zur Raucherpause ausstempeln, sagt sie. Diese offizielle Pause werde auch von den Nichtrauchern so akzeptiert.

Bei der VR-Bank in Südniedersachsen dürfen noch während der Arbeitszeit kurze Raucherpausen gemacht werden. Bei uns läuft das auf Vertrauensbasis , sagt Pressesprecher Alexander Eck. Die meisten Raucher würden sich allerdings auf die Mittagspause beschränken. Die Zahl sei sowieso gering, so dass es kaum auffalle, wenn jemand eine Zigarettenlänge nicht am Platz sei.

Von Kathrin Meyer

Achim SpangenbergAntwort
(4)(0)

Stimmt.
Aber vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt. Ich bin der Meinung, das sollt in den Betrieben zwischen der Belegschaft und dem Management gergelt werden,  ich bin gegen übermäßige staatliche Eingriffe in die Privatsphäre bzw. Privatwirtschaft. Demnächst gibts dann vielleicht noch eine Verordnung was auf dem Frühstücksbrötchen als Belag drauf kommt, vielleich keine Marmelade, wegen der Diabetis, oder doch keine Salami, oder oder und. 
Der Staat sollte sich hier raushalten.

Eak KremerAntwort
(4)(0)

"Die Zeiten ändern sich nun mal." ist aber auch nicht gerade sehr geistreich, nicht wahr. Ich sehe in dieser Anti-Raucherdiskussion vor allem ein Ablenkungsmanöver, als wenn es nichts Wichtigeres gäbe. Die mürrischsten und mißgelauntesten Kollegen, denen man begegnen kann, sind übrigens Exraucher. Deren ständig miese Laune schaden den Betriebsablauf nun wirklich. Ich als Pfeifen und Zigarrenraucher gehe selbstverständlich nicht vor die Tür, ich lasse es einfach. Aber man verschone mich bitte mit dieser statistischen Verfälschung von wegen Passivraucherschädigung, diese "Studie" ist von vorne bis hinten manipuliert damit wenigstens die 3000 statistisch relevanten Opfer herauskamen. Als wenn es nichts Wichtigeres gäbe als dieser Blödsinn! 

odin1011
(6)(0)

@Eak Kremer
Ja,und früher hatten wir auch mal einen Kaiser!
 Was für ein Geistloser Kommentar.Die Zeiten ändern sich nun mal.
Als ob ohne Nikotin und Alkohol nichts gehen würde.Und das die Nichtraucher anfangen sollen zu Rauchen ist schon an Arroganz nicht mehr zu überbieten.Wer hat den den Rauchern gesagt Sie sollen anfangen zu Rauchen?Es ist nun mal Gesundheitsschädlich und Punkt.Wogegen Kaffee holen oder zur Toilette gehen eher als  nicht Gesundheitsschädlich einzustufen sind,oder?Den Betriebsräten liegt die Gesundheit der Arbeiter übrigens auch am Herzen-auch die der Raucher!
Und nur am Rande-ich habe selbst 30 Jahre geraucht,und bin seit 4 Jahren " clean",kenne somit beide Seiten aus sozusagen  erster Hand!

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