Forscher: Region müsste Millionen von Euro investieren

Klimawandel macht die Straßen kaputt

Landkreis Göttingen. Der Klimawandel wird sich auch auf unsere Region auswirken. Es wird wärmer werden und Extremwetterlagen werden zunehmen, sagen Experten. Auf die Kommunen und auch den öffentlichen Personennahverkehr kommen deshalb zusätzliche Belastungen in Millionenhöhe zu.

Das sagt Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Helmut Holzapfel von der Universität Kassel.

Schon in den nächsten Jahren könnten allein die jährlichen Unterhaltungskosten für die Straßen aufgrund zunehmender Winterschäden um 50 Prozent steigen. Zurzeit bringt die Stadt Göttingen rund 3,5 Millionen Euro auf, um ihre Straße instandzuhalten. Bei den Kreisstraßen liegen die Unterhaltungskosten in diesem Jahr bei etwa 410 000 Euro. Mit diesem Geld werden aber nicht nur die Frostschäden beseitigt, erläutert der Pressesprecher des Landkreises Göttingen, Marcel Riethig.

Paradoxerweise werden mehr Löcher und Risse in den Straßen auftreten, obwohl weniger strenge Frostperioden vorkommen: „Vor allem der Frost-Tau-Wechsel macht die Straßen kaputt“, sagt Holzapfel, der im Rahmen des Klimzug-Projekts die Einflüsse des Klimawandels auf den Personenverkehr im benachbarten Nordhessen erforscht. Auch die Gefahr für Hochwasserereignisse nehme zu, sagt Holzapfel und verweist auf einschlägige Studien: „Hier sind Untersuchungen über die Risikowahrscheinlichkeit angebracht. Diese Gefahren sind nicht zu unterschätzen.“

„Erheblichen Nachholbedarf“ sieht Holzapfel auch beim öffentlichen Personennahverkehr. So müsse vorrangig die gesamte Hauptflotte der Busse und Bahnen mit Klimaanlagen ausgestattet werden, um die Passagiere vor Hitzebelastungen im Sommer zu schützen. Vor allem Haltestellen auf dem Land sollten mit Wetter- und Sonnenschutz ausgestattet werden, empfiehlt Holzapfel. „Wir müssen mit diesen Veränderungen umgehen und uns darauf einstellen.“ (hei/kri)

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