Knütteltanten voll Energie: Handarbeitsfrauen stricken und häkeln für einen guten Zweck

Toller Einsatz: Miriam Bergmann nahm von Brunhilde Hoffmann, Emmi Aster, Hannelore Gerke, Herta Wegener, Anni Hoffmann, Hedwig Apel, Irene Lösekrug, Karin Günther, Elke Bergmann, Dominik Wahl mit Sohn Lukas und Anni Nelges (von links) die eine Geldspende entgegen. Foto: Siebert

Wiershausen. Sie werden im Ort liebevoll Knütteltanten genannt, sind zwischen 73 und 91 Jahren alt, sie stricken und häkeln seit 22 Jahren jeden Monat sechs Stunden im Wiershäuser Gemeindehaus und verkaufen die Handarbeiten bei Basaren und Festen. Die Rede ist von den zehn (ehemals 29) Wiershäuser Handarbeitsfrauen. Der gesamte Erlös, fast 26 000 Euro (genau 25 747,23 Euro), wurde gespendet.

„Wir sind von der Betreuung im Hospiz beeindruckt und möchten die Arbeit deshalb unterstützen.“

Dafür mussten die Frauen der Handarbeitsgruppe lange stricken, sticken und häkeln. Nämlich genau 22 Jahre lang, zweimal im Monat, jeweils drei Stunden. Hochgerechnet sind das insgesamt 1584 Stunden, das heißt: rund zwei Monate lang Tag und Nacht handarbeiten.

Der Erlös ging an soziale Projekte wie etwa Heilpädagogischer Kindergarten im Auefeld, Aktion Mensch, Hochwasseropfer in Grimma, Brandopfer in Münden und Elternhaus für krebskranke Kinder in Göttingen. Seit einigen Jahren wird ausschließlich für das Hospiz in Münden gehandarbeitet. Vor einigen Tagen überreichten sie der stellvertretenden Hospizleiterin Miriam Bergmann 400 Euro, das war der Erlös des Weihnachtsbasares 2015. Elke Bergmann und Ortsbrandmeister Dominik Wahl gaben Erlöse von den Verkaufsständen des Basares dazu.

„Beeindruckt“

Insgesamt erhielt das Hospiz von den Wiershäuserinnen 3500 Euro. „Wir sind von der Betreuung im Hospiz beeindruckt und möchten die Arbeit deshalb unterstützen“, erzählt Karin Günther, Sprecherin der Handarbeitsfrauen.

Begonnen hat alles mit einem Klönnachmittag. Doch schnell entwickelte sich daraus ein Bastel-, nach kurzer Zeit ein Handarbeitsnachmittag. Angefangen mit Seidenmalerei, Rupfenpuppen und Klammerschürzen über Strümpfe, Schals und Hardanger-Stickerei-Decken bis hin zu Trends wie Boshi-Mützen und Überklapphandschuhen. Für neue Ideen sind die Frauen immer aufgeschlossen. Zurzeit sind dies Loops und modische Strickmützen.

Ein Höhepunkt im Laufe der 22 Jahre war im Vorjahr eine Einladung der Landesregierung zum Tag der Ehrenamtlichen nach Hildesheim.

Dort wurde ihre Arbeit gewürdigt und während einer Festveranstaltung wurden sie für ihr bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet.

(zpy)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.