Einzige Frau im Rennen um das Amt

Schon als Kind im Politikmodus: Felicitas Oldenburg möchte Landrätin werden

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Geht für die FDP bei der Landratswahl am 11. September ins Rennen: Rechtsanwältin Felicitas Oldenburg aus Göttingen.

Landkreis Göttingen. Felicitas Oldenburg (49) tritt bei der Landratswahl für die FDP an und ist die einzige Kandidatin.

„Ich komplettiere die Kandidatenrunde als Frau und Liberale. Damit ist die Meinungsvielfalt im Wahlkampf deutlich größer", sagt die Göttingerin. Politisch geprägt wurde sie durch ihren Vater in jungen Jahren in Annweiler am Triefels in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße.

„Als Kind habe ich mit meinem Vater, der mehr als 30 Jahre im Kreistag saß, am Wahlkampfstand gestanden.“ Damals verteilte sie Stifte und war bei Parteitagen und Reden von großen Politikern, wie Hans-Dietrich Genscher, dabei.

„Ich komplettiere die Kandidatenrunde als Frau und Liberale.“

Zur aktiven Politik ist die zweifache Mutter durch den Aufbau eines Schulkinderhortes an der Göttinger Hölty-Schule gekommen. „Vor gut zehn Jahren gab es den noch nicht.“ Um die praktischen Probleme bei der Genehmigung und der Raumsuche zu lösen, engagierte sie sich in der Kommunalpolitik.

Erste Station war der Jugendhilfeausschuss der Stadt. Seit 2011 sitzt sie im Stadtrat und beschäftigt sich dort mit Bauprojekten, den Finanzen und sozialen Fragen. „Da werden die Zukunftsthemen der Stadt inhaltlich vorbereitet.“

Probleme in der Schulpolitik

Die Juristin, die als Rechtsanwältin und Mediatorin arbeitet, sieht Probleme in der Schulpolitik. „Leider hat Göttingen mit den erheblichen Defiziten der rot-grünen Schulpolitik zu kämpfen, die zu Lehrermangel führen.“ Zudem sei es Göttingen nicht gelungen, Haupt- und Realschulen zu erhalten.

„Beide Schulformen wären gerade für junge Flüchtlinge und Schüler mit Förderbedarf wichtig.“ Und sie beklagt, dass Gymnasien praktisch keine Chancen haben, Sozialarbeiter zu bekommen. „Aber auch dort gibt es persönliche Probleme der Jugendlichen, bei denen Sozialarbeiter wichtig sind.“

Mit Blick auf die Fusion verlangt Oldenburg, dass „die Wirtschaft und nicht die Verwaltung“ wächst. Dafür ist aus ihrer Sicht eine gezielte Wirtschaftsförderung notwendig.

Eine Herausforderung ist aus Sicht der Göttingerin, dass es gute Verkehrsangebote, insbesondere für den Harz gibt. „Es ist ein reines Strohfeuer, den Fahrpreis kurzfristig zu subventionieren. Stattdessen ist eine kluge Netzplanung mit Hilfe von Experten entscheidend.“ Ein positives Beispiel ist aus ihrer Sicht das Projekt Eco-Bus, bei dem bedarfsgerechte Angebote gemacht werden sollen. Chancen vor allem für den Harz sieht sie in einem modernen Tourismus-Konzept, bei dem Studenten Vorschläge für konkrete Projekte erarbeiten.

Gute Stimmung

Oldenburg schätzt die Stimmung für die FDP als gut ein. „Wir haben uns nach einer Tiefphase nach der Bundestagswahl wieder gut gefangen.“

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