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Gravierende Mängel: Belegungsstopp für Mündener Pflegeheim

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Von: Helmut Krischmann

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Pflegeheim: Das Haus der Heimat in Oberode, vorn der Altbau, dahinter der Neubau, ist eine Facheinrichtung für chronisch und psychisch kranke Menschen. Foto: Archiv
Pflegeheim: Das Haus der Heimat in Oberode, vorn der Altbau, dahinter der Neubau, ist eine Facheinrichtung für chronisch und psychisch kranke Menschen. © Foto: Archiv

Hann. Münden. Die Heimaufsicht beim Landkreis Göttingen hat im Haus der Heimat in Oberode Mängel festgestellt und verlangt nun von der Betreiberin, sie zu beseitigen.

Die Heimaufsicht beim Landkreis Göttingen hat, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits im Juli einen unbefristeten Belegungsstopp im Haus der Heimat in Oberode angeordnet. Das bestätigte der Pressesprecher des Landkreises, Ulrich Lottmann, auf Nachfrage der HNA. Belegungsstopp bedeutet, dass das Pflegeheim für chronisch und psychisch kranke Menschen keine weiteren Bewohner aufnehmen darf.

Der Entscheidung gingen nach Informationen unserer Zeitung unangemeldete Prüfungen im Heim voraus, bei denen gravierende Mängel, unter anderem in der Pflege, festgestellt wurden.

Der Landkreis soll der Betreiberin Gelegenheit gegeben haben, die Mängel bis zu einem festgelegten Termin zu beseitigen, ansonsten werde das Heim geschlossen. Die Betreiberin soll daraufhin einen Maßnahmenkatalog zur Beseitigung der Mängel vorgelegt haben.

Die Heimaufsicht hat im Juli ferner zwei Strafanzeigen gegen die Geschäftsführung des Hauses der Heimat erstattet. In einem Fall werde wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt, in einem zweiten Fall wegen Verdachts des Abrechnungsbetrugs, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Beim Thema Abrechnung lautet der Vorwurf, die Betreiberin habe Geld des Landkreises für tagesstrukturierende Maßnahmen von zehn Bewohnern abgerechnet, obwohl diese im Krankenhaus waren und nicht an den Maßnahmen teilnahmen.

Beim Verdacht der Körperverletzung geht es um eine Heimbewohnerin, die mit offenem Rücken in die Uniklinik Göttingen eingeliefert worden war. Die Frau soll bei der Aufnahme in die Klinik bereits eine Hautschädigung gehabt haben, dies gehe aus einem Entlassungsbericht der Klinik hervor. Wir haben die Anwältin der Geschäftsführerin des Hauses der Heimat um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Diese lag bis Donnerstagabend bislang nicht vor.

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