Aktion gegen illegale Sperrmüllsammler: Am Montag fuhr die Polizei großes Geschütz in Dransfeld und Umgebung auf

Polizei ging gegen Sperrmüllsammler vor

Dransfeld. Es mutete fast wie eine Drogenfahnung an, tatsächlich aber suchte die Aktionsgruppe am Montag in Dransfeld und Umgebung nach illegalen Sperrmüllsammlern. Die rund 20 Mann starke Einsatzgruppe bestand aus der Mündener Polizei, der Bereitschaftspolizei Göttingen, dem Hauptzollamt und der Unteren Abfallbehörde des Landkreises Göttingen.

„Sperrmüll zu sammeln ist im Landkreis Göttingen verboten“, erklärt Manfred Weber, Leiter des Polizeikommissariats Hann. Münden. „Der Schrott fällt direkt in den Besitz des Landkreises Göttingen, der durch die gezielte Verwertung die Kosten der Müllabführ, und damit die Kosten jedes Bürgers, reduziert.“

Die Polizei wurde durch vermehrte Beschwerden von Anwohnern auf die „Sperrmülltouristen“ aufmerksam. Zahlreiche Bürger fühlen sich durch Sammler belästigt oder gar verunsichert. Und solche „Normverstöße gehören verfolgt“, betont Weber. Als Einsatzleiter koordinierte er zusammen mit Mitarbeitern des Zollamtes und des Landkreises Göttingen die großflächige Suche nach illegalen Sperrmüllsammlern.

Ziel war es, insbesondere den gewerblichen Sperrmüllsammlern sowie Sozialbetrügern, die teils erheblichen Profit aus dem Verkauf des noch zu verwertenden Schrotts ziehen, das Handwerk zu legen,

Mehrere Zivilfahnder fuhren Dransfeld und umliegende Dörfer ab und suchten gezielt nach Sperrmüllsammlern.

In einer großen Halle der Entsorgungsanlage Dransfeld wurden diese von der Polizei empfangen und sorgfältig kontrolliert.

Die Aufgabe der Unteren Abfallbehörde in Person von Hauptsachbearbeiter Olaf Schneemann: „Wir stellen fest, welche Materialien es sind und gegen welche Gesetze die Sperrmülldiebe verstoßen haben.“ Verfahren wegen Verstößen gegen das Steuerrecht wurde von den anwesenden Steuerbeamten direkt in die Wege geleitet.

Die Bilanz von Montag: neun konrollierte Fahrzeuge. Zwei der Schrottsammler kamen mit Verwarnung vom Landkreis Göttingen davon, sechs weitere erhielten Anzeigen wegen der Ordnungswidrigkeit, illegal Schrott gesammelt zu haben. Ein Fahrer hatte soviele Belege über an Verwerter verkauften Schrott in seinem Auto, dass Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Steuerrecht und die Abgabenordnung gestellt wurde. Für alle aber galt: Sie mussten den Sperrmüll abladen.

Der Einsatz musste zwar wegen schlechten Wetters vorzeitig um 18 Uhr beendet werden, doch befand Weber die „die Aktion für geeignet und gut“. Daher möchte der Mündener Polizeichef die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Göttingen gegen Sperrmüllsammler in den nächsten Jahren fortsetzen.

Von Alexander Koch

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