Polizei trainiert stärker Abwehr von Attacken

Hann. Münden. Im Polizeialltag gibt es immer häufiger Attacken gegen die Beamten. Zahlen belegen: Im Jahr 2015 wurden in Niedersachsen 1081 Fälle von Körperverletzungen gegen Polizisten aktenkundig. 2011 waren es 538. Aber auch Aggressionen ohne Angriffe auf Polizisten spielen eine immer größere Rolle.

„Streitigkeiten nehmen zu“, sagt Jörg Henne, Studienleiter der Polizeiakademie in Hann.Münden. Der Respekt nehme insgesamt ab, an Einsatzorten spürten das nicht nur Polizisten, sondern auch Rettungskräfte, sagt Henne. Deswegen kommt dem Polizei-Training, um Streitigkeiten begegnen zu können, eine immer größere Bedeutung zu.

Am Ende des ersten Studienjahres müssen sich die angehenden Polizisten in Traningseinheiten mit Konfliktsituationen durch Streitigkeiten auseinandersetzen. Wie etwa am Donnerstag, als es in einer Übung galt, eine Wirtshausschlägerei zu verhindern.

Lösungsspirale

Die gesamte Lösungsspirale wird durchgegangen. Kommunikation sei besonders entscheidend, so Henne, den Streit lösen, ohne dass er eskaliert. Doch das gelingt nicht immer. Von der einfachen körperlichen Gewalt über den Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken bis hin zu Schusswaffen müssen die Schutzleute geschult sein. Henne: „Das Wissen kann den Einzelnen schützen, zum Opfer von Gewalt zu werden.“ Ein Maximum an Vorsicht sei sehr wichtig.

Drohende Gefahren

Ausbilder Reinhard Drubel erklärt den Polizeistudenten die drohenden Gefahren im Alltag und geht bestimmte Lagen mit ihnen durch. Das ist für den Alltag im Einsatz von großer Bedeutung - das wissen die jungen Frauen und Männer, die sich ausbilden lassen. Hauptkommissar Drubel: „Das Training ist wichtig, damit keiner von den Polizeistudenten später ins kalte Wasser geschmissen wird.“

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