Hilfsaktion der „Stiftung für Bären“ aus Leinefelde-Worbis

Tierschützer wollen misshandelte Bärenbabys aus Albanien retten

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In Ketten gelegt und vorgeführt: Ein Bärenbaby Albanien.

Leinefelde. Die "Stiftung für Bären" aus Leinefelde-Worbis hilft zwei misshandelten Bärenwelpen aus Albanien. Sie sollen nach Deutschland geholt werden.

Der Alternative Bärenpark Worbis ist vom Kreis Göttingen aus ein schönes Ausflusgziel fürs Wochenende. Dass die Einrichtung nicht einfach ein „Tierpark“ ist, wird angesichts einer derzeit laufenden Rettungsaktion deutlich: Die in Leinefelde-Worbis ansässige „Stiftung für Bären“ versucht, zwei misshandelte Bärenwelpen aus Albanien nach Deutschland zu holen.

Für die Übernahme und verhaltensgerechte Unterbringung der Bären stehe die Stiftung in Kontakt zu „Bears Albania“, einer gemeinnützigen Organisation, die sich misshandelten Bären in Albanien annimmt, so Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Stiftung für Bären.

Die Bärenwelpen sollen voraussichtlich im September den „Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald“ der Stiftung beziehen. Im Bärenpark Worbis stünden dafür nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung, berichtet Rüdiger Schmiedel.

Einfuhrgenehmigung 

Zurzeit warte man in Leinefelde-Worbis noch auf Dokumente sowie die Zustimmung des Bundesamtes für Naturschutz, um die Einfuhr der Braunbären nach Deutschland zu ermöglichen. „Durch den derzeitigen In- und Exportstopp für Tiere am Flughafen Tirana herrschen komplizierte Bedingungen. Des Weiteren ist Albanien kein EU-Mitgliedsstaat und es gilt noch viele Hürden zu überwinden.“ Noch sei er nicht vor Ort gewesen, eine Abholung der Bären aus Albanien sei aber im Gespräch, so Schmiedel.

Es sei ein lukratives Geschäftsmodell in Albanien, skizziert es Schmiedel: Kleine Bärenwelpen würden tagsüber an Ketten über den Sand gezerrt und über Nacht in kleinen Käfigen an Ketten gehalten. Durch den Anblick der leidenden Bären fühlten sich viele Urlauber zu Spenden genötigt. Die vermeintliche finanzielle Unterstützung zugunsten der Tiere mache die Tierquälerei laut Rüdiger Schmiedel jedoch nur noch lohnender für die Besitzer.

Der jetzige Fall sei eine Ausnahme, so Schmiedel. Der Halter der zwei Jungbären konnte in Albanien festgenommen, die Bären befreit werden. In Zusammenarbeit mit albanischen Ministerien sollen Aufklärungskampagnen ins Leben gerufen werden, damit „die Menschen in Albanien den Tieren Respekt in ihrem natürlichen Umfeld zollen“, berichtet Rüdiger Schmiedel.

Hintergrund: Finanzierung 

Die Stiftung für Bären und deren Projekte werden allein durch Spenden finanziert.

„Für die Rettungsaktion der zwei Bärenwelpen steht das Spendenbarometer nun auf knapp 4000 Euro. Dies ist noch lange nicht genug, aber wir sind voller Hoffnung, dass auch nach dem Umzug der Bären weiter gespendet wird.“ Der „Alternative Bärenpark Worbis“, Duderstädter Allee 49, 37339 Leinefelde-Worbis, ist von Hann.Münden aus mit dem Auto über die A 38 in 40 Minuten zu erreichen. Der Park hat derzeit täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar täglich von 10 bis 16 Uhr.

Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 6,50 Euro (ermäßigt 5,50 Euro). Kinder (ab fünf Jahre) zahlen 5,50 Euro. Die Familienkarte (zwei Erwachsene, zwei Kinder) kostet 19 Euro. Ab zehn Personen kann man auch als Gruppe durchgehen, dann kostet der Eintritt pro Nase 5,50 Euro. Weitere Informationen zu Eintrittspreisen, Veranstaltungen, zur Stiftung für Bären, deren Tierschutzprojekten und Spendenaktionen gibt es im Internet unter www.baer.de. (nix)

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