Ereignis der 1940er Jahre

Pastoren-Aktion in Gimte: Rote SPD-Fahne hing an der Kirche

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Ungewöhnliche Aktion: Die SPD-Fahne wehte an der Gimter Kirche.

Gimte. Eine rote Fahne am Kirchturm in Gimte hat für Aufsehen gesorgt. Es war eine SPD-Fahne, die von Freitagabend bis Samstag im Wind wehte. Eine politische Botschaft der Kirchengemeinde?

Pastor Matthias Lüskow antwortet darauf: „Die Fahne bezog sich auf den Gottesdienst am Sonntag, den 1. Mai.“ Das Thema: Als die rote Fahne aus dem Kirchturm hing. Der evangelische Theologe Matthias Lüskow ging am Sonntag in seiner Predigt auf ein Ereignis zum 1. Mai Anfang der 1940er-Jahre ein, als der Gimter Friedrich Weinberger, überzeugter Sozialdemokrat, mitten im Krieg eine rote Fahne an den Kirchturm gehängt hatte.

Matthias Lüskow

Pastor Lüskow hat viele Reaktionen auf seine ungewöhnliche Aktion bekommen. Seine Intention, möglichst viele Menschen damit in den Gottesdienst zu bringen, sei aber nicht wie erhofft aufgegangen. Ungefähr 40 Kirchgänger seien gekommen. Wahlwerbung für die SPD sei das Anbringen der Fahne mitnichten gewesen, „das wäre auch absurd“, aber die SPD habe nun mal eine rote Fahne, und die habe er einfach genommen. In seiner Predigt sagte Lüskow unter anderem: „So richtig geklärt ist das Verhältnis von Politik und Kirche bis heute nicht. Auch bei mir ist meine Haltung zur Politik ein Ergebnis meiner Geschichte; allerdings nicht unterbewusst, sondern ich gebe darüber Rechenschaft: Ohne engagierte Demokraten wäre ich nicht hier. Und ohne eine engagierte Kirche wäre ich nicht hier. Ich säße dann auch im Jahr 2016 immer noch auf der anderen Seite, jenseits der Mauer, in der Deutschen Demokratischen Republik.“

Lüskow bezog sich auch auf den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der folgendes sagte: „Gottes- und Nächstenliebe gehören zusammen: Wer fromm ist, muss auch politisch sein.“

www.kirche-gimte.de

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