Verein aus dem Münsterland baute in Münden ein Floß und tourt damit auf der Oberweser

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Die Vorbereitung: Der Floßbau bedeutet für die Männer jedes Mal Schwerst- und Präzisionsarbeit. Am Samstag bauten sie das Floß im Weserpark in Hann. Münden.

Hann. Münden. Wer sich am Sonntag zufällig am Weserufer zwischen Hann. Münden und Lippoldsberg aufhielt, dem ist mit Sicherheit eine gut gelaunte Gesellschaft auf einem Floß namens Emssaga nicht entgangen.

Das waren Mitglieder des 1982 gegründeten Vereins „Emssaga - zur Förderung der historischen Emsschifffahrt e.V." aus Rheine im Münsterland.

Am Samstag bauten sie das Floß am Weserpark in Hann. Münden zusammen, seit Sonntagmorgen schippern sie flussabwärts auf der Oberweser von Hann. Münden nach Hameln, in Etappen mit Übernachtungspausen in Lippoldsberg, Bad Karlshafen, Höxter (Ortsteil Albaxen), Polle und Bodenwerder. Am kommenden Freitag wollen sie in Hameln ankommen. Ein Teil der Crew übernachtet auf dem Floß, die anderen in flussnahen Hotels.

Gorch-Fock-Erfahrung 

„Um so ein Floß zusammen zu bauen, wird großes handwerkliches Geschick benötigt, wir haben aber nur vier Handwerker dabei“, schildert Stefan Möllers, „Presseoffizier“ der Crew. Weiterhin sind Kaufleute, Ärzte, Feuerwehrleute, Rechtsanwälte, Architekten und Polizeibeamte im Team, zu dem auch Udo Ebbing gehört, der beruflich jahrelang auf der Gorch Fock, dem Segelschulschiff der Deutschen Marine, als Gefechtsrudergänger (steuert ein Schiff nach Weisungen eines Ranghöheren mit dem Ruder) um die Welt gereist ist.

Für deftiges Essen auf dem Floß sorgt ein Smutje, diese Aufgabe übernehmen verschiedene Crew-Mitglieder. So stehen ein Frühstück mit Lachs und Krabben ebenso auf dem Speiseplan wie Steaks und Eintopf. Und wäre nicht auch der Bordkapellmeister Michael Kerstiens dabei, gäbe es nur halb so viel Spaß. Denn er animiert mit Banjobegleitung die Besatzung zum Singen.

„Wir haben inzwischen unsere eigene Mundorgel“, erzählt der Presseoffizier. „Die Freude an den Touren ist allen wichtig, denn da bleiben die Sorgen und Ängste am Ufer“, so Möllers.

Neue Pläne 

Bereits jetzt geistern schon neue Pläne, nämlich der Bau eines Römerschiffes, in den Köpfen der Flößer herum. Mit mehreren Flößen, einem Wikingerschiff und einer Pünte (Transportfloß) sind sie seit Vereinsbestehen schon auf vielen Flüssen unterwegs gewesen und 2006 auch schon mal in Hann. Münden auf der Weser. (zpy)

Von anfangs vier Flößern erhöhte sich die Zahl der Crewmitglieder auf mittlerweile über 40 Menschen. Auf dem Floß befinden sich wechselweise zwischen 16 und 30 Flößer. Einige sind die gesamte Tour dabei, andere haben sich für bestimmte Etappen entschieden.

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