Zu warmes Wetter macht den Bauern Sorgen

Altkreis Münden. Viele Menschen trauten Weihnachten ihren Augen kaum: Die ersten Kirschbäume trieben ihre Blüten aus, Krokusse und Schneeglöckchen schoben sich aus der Erde und an einigen Stellen, wie bei Lippolds-hausen, schien sogar schon der Raps zu blühen. Spielt die Natur denn verrückt?

Fest steht, dass der Dezember dank einer speziellen Wetterlage als einer der wärmsten in die Geschichtsbücher eingehen wird. Doch während tatsächlich schon Krähen beim Nestbau beobachtet wurden, ist es mit der Rapsblüte dann doch noch nicht ganz so weit. Denn nicht der Raps, sondern der so genannte Gelbsenf steht derzeit an mehreren Stellen im Altkreis in voller Blüte. Normalerweise stirbt diese zur Auflockerung, Bodenverbesserung und Stickstoffspeicherung als Zwischenfrucht angebaute Kultur beim ersten scharfen Frost ab, doch der blieb in dieser Saison bislang aus.

Die Landwirte sehen den bislang ausbleibenden Winter auch aus weiteren Gründen mit Sorge. Denn die warmen Temperaturen begünstigen Bodenschädlinge sowie Mäuse, zudem wachsen die im Herbst ausgesäten Winterkulturen wie Weizen, Raps und Gerste bei zweistelligen Graden kontinuierlich weiter, statt in die winterliche Wachstumsruhe überzugehen. Und das kann bei plötzlich auftretenden Frost dann gefährlich werden: Da sich die Pflanzen nicht allmählich an kaltes Wetter und Frost gewöhnen können, besteht die Gefahr, dass die großen Pflanzen - insbesondere bei fehlender Schneedecke - schnell erfrieren und ganze Felder dadurch „auswintern“.

Die Tiere im Wald profitieren derzeit vom milden Klima. Sie fänden deutlich mehr Futter als sonst um die Jahreszeit und seien gut genährt, sagt Försterin Susanne Gohde, Leiterin des Stadtwaldes. Besondere Verhaltensänderungen - insbesondere Frühlingsgefühle - seien bei ihnen nicht zu beobachten. (phl/ems)

Rubriklistenbild: © dpa

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