Hafenöffnung: Fronten bleiben weiter verhärtet

Stellten sich den Fragen: Dr. Helga Jäger (Land), Professor Dr. Gerd Weiß (Denkmalpflege), Moderator Karl-Christian Schelzke, Regionalmanager Holger Schach, Heribert Vortmann (Hessen Agentur).

Bad Karlshafen. Die Fronten in Sachen Hafenöffnung in Bad Karlshafen bleiben weitgehend unverändert. Das zeigte die Bürgerinformationsveranstaltung.

Kritiker der Hafenöffnung blieben bei ihren Zweifeln und der Überzeugung, dass das Projekt die Stadt ruiniert. Die Befürworter verteidigten das Projekt als für lange Zeit einzige Chance, der Stadt Bad Karlshafen eine positive Entwicklung zu ermöglichen. Der FWG-Stadtverordnete Jan Lück, der das Projekt schon im Parlament abgelehnt hatte, war am Ende so frustriert, dass er am nächsten Tag sein Mandat niederlegte.

„Wir nehmen Ihre Ängste ernst. Doch Sie sollten nicht verzagt sein, es gibt diesmal Geld aus verschiedenen Fördertöpfen, was so schnell nicht wiederkommt. Das ist die Chance für Bad Karlshafens optimistischen Blick in die Zukunft“, sagte etwa der frühere hessische Denkmalpflege-Chef Professor Dr. Gerd Weiß.

Die Experten auf dem Podium gaben zu, Fans der Stadt, ihrer Kultur und Architektur zu sein. Deshalb sei es wichtig, diese Chance zu nutzen und die Förderung eventuell auf Helmarshausen auszudehnen. Es wäre sogar möglich, den Förderzeitraum auf zehn Jahre zu verlängern oder bei zusätzlichem Geldbedarf das Nationale Städtebauprogramm, aus dem eine 90-prozentige Förderung fließt, im Folgejahr nochmals zu nutzen, hieß es auf kritische Fragen, dass das Geld nicht reichen könnte.

Heribert J. Vortmann von der Hessen Agentur sagte, wenn das Geld da sei und es die Sicherheit gebe, aussteigen zu können, falls es zu teuer werde, man der Idee eine Chance geben müsse.

Regionalmanager Holger Schach machte deutlich, dass die Entscheidung zugunsten des Tourismusprojektes wichtig für die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte sei. Der Tourismus sei der einzige Bereich, in dem Bad Karlshafen eine Chance habe. Als Beispiel nannte er die GrimmWelt Kassel, die zuerst kritisiert wurde und nun ein Erfolg sei.

Auch größere Boote

Auf Nachfragen wurden einige Zahlen klargestellt, darunter die Maße der Boote. Zufahrt haben sollen Boote mit bis zu vier Meter Breite, acht bis zwölf Meter Länge und 80 Zentimeter Tiefgang. Einnahmen erhofft man sich nicht nur durch die Schleusengebühren, sondern auch die Vermietung der Liegeplätze im Hafen, was 30 000 Euro pro Jahr einbringen könnte.

Befürchtungen, dass die Schutzschirmgemeinde die Ausgaben nicht genehmigt bekomme, wurden zurückgewiesen, da das Projekt Chefsache des Ministerpräsidenten sei und es auf der Prioritätenliste des Nationalen Städtebauprogramms bundesweit auf Platz 2 stehe. Weiterer Kritik, dass das Projekt zu teuer werden könne, entgegneten die Redner, dass die Angebote erst noch erarbeitet würden. Wenn es kritisch sei, werde das Vorhaben gestoppt.

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