Für Integration und gegen Leerstand

Kreis Kassel sucht weiter Wohnungen für Flüchtlinge

Zufriedene Vermieter: Horst und Gisela Hoffmann mit Mitgliedern der Familie Jabery aus Afghanistan. Foto: Löschner
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Zufriedene Vermieter: Horst und Gisela Hoffmann mit Mitgliedern der Familie Jabery aus Afghanistan.

Bad Karlshafen. Der Landkreis Kassel ist weiterhin bestrebt, Flüchtlinge mit Bleibeperspektive möglichst schnell in private Wohnungen zu vermitteln.

In Bad Karlshafen waren Ende des vergangenen Jahres rund 20 Asylsuchende in Wohnungen untergebracht - Tendenz derzeit schnell steigend. Diese Unterbringungsform biete die besten Chancen für die Integration, wirke dem Leerstand entgegen und bringe keine Probleme für Vermieter, argumentiert der Landkreis.

Horst und Gisela Hoffmann bestätigen die guten Erfahrungen mit der Vermietung an Flüchtlinge. Obwohl das Bad Karlshafener Ehepaar zuletzt Schwierigkeiten mit einem Mieter hatte, stellte es Ende 2015 erneut Wohnraum zur Verfügung. Im Haus der Hoffmanns leben seitdem zwei Familien aus Afghanistan. 

Bei den Mohammadis gab es sogar wenige Tage nach dem Einzug Nachwuchs. „Bessere Leute kann ich aus Deutschland auch nicht haben“, lobt Horst Hoffmann das Verhältnis zu seinen Mietern, schaffte eigens eine Waschmaschine für sie an und unterstützte die Flüchtlinge mit Fahrten zum Arzt oder zu Ämtern. Mit Kulturunterschieden gehen die Hoffmanns, die im Krieg selbst Flucht und Vertreibung erlebt haben, entspannt um. „In der Wohnung unten haben die Bewohner den Tisch an die Seite gestellt - gegessen wird auf dem Teppich“, berichten sie.

Ortsübliche Mieten

„Ich suche vor allem kleine Wohnungen“, erklärt Susanne Baberuxki, die beim Landkreis für die Anmietung zuständig ist. Sie besichtigt die Wohnungen und verhandelt mit den Vermietern. „Größe und Kosten der Wohnung müssen passen“, sagt sie, bezahlt werden ortsübliche Mieten. Der Vertrag werde entweder mit den Asylsuchenden oder mit dem Landkreis geschlossen, die Miete überweist der Kreis. 

Familien ließen sich laut Baberuxki gut unterbringen, schwieriger werde dies bei den vielen alleinstehenden Flüchtlingen, für die kleine Einheiten benötigt werden. Ist eine Wohnung nicht wie bei den Hoffmanns möbliert, schafft der Kreis eine Erstausstattung an - mithilfe der Helfer und Betreuer vor Ort wird diese oft aus Spenden oder Wohnungsauflösungen zusammengestellt. (zlö)

Kontakt für Vermieter:

Alle Vermieter, die freie Wohnungen zur Verfügung haben, können sich mit Susanne Baberuxki (0561/100315 34, susanne-baberuxki@landkreiskassel.de) oder Karsten Nickel (0561/10031846, karsten-nickel@landkreiskassel.de) vom Fachbereich Soziales in Verbindung setzen.

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