Nach kurzem Bad rannte es in die Küche

Wildschwein rennt in Karlshafener Wesertherme und springt ins Becken

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Das Wildschwein im Schwimmbecken der Therme. 

Bad Karlshafen. Ein Wildschwein in der Wesertherme? Vielleicht auf dem Speiseplan – würde man denken.

Am Donnerstagmittag nahm ein Wildschwein aber tatsächlich ein Bad in der Bad Karlshafener Therme. Vermutlich war das Tier durch eine Treibjagd im Solling aufgeschreckt worden.

„Das Wildschwein muss wohl durch die Weser geschwommen und durch den Thermengarten gegen den Raucherpavillon gelaufen sein“, sagt Nina Fremder, die in der Therme für Marketing und Kundenbetreuung zuständig ist. In dem Pavillon sei eine Frau gewesen, die in Panik in den Innenbereich gelaufen sei. Das Schwein sei ihr dann durch die offene Tür gefolgt und im Schwimmbecken gelandet.

„Das war ein unglaublich lautes Platschen. Das haben zwei unserer Bademeister gehört und das Schwein dann auch gleich entdeckt“, berichtet Fremder. Weil die rund 30 Gäste dann aber per Lautsprecherdurchsage sofort zum Verlassen des Schwimmbadbereiches aufgefordert worden seien, habe es keine Panik gegeben. Im Sauna- und im Umkleidebereich waren die Schwimmbadbesucher sicher.

So stark wie drei Männer

Das Wildschwein rannte nach seinem kurzen Bad im Wasser weiter in den Gastronomiebereich. In der Küche versuchten die Mitarbeiter mit vereinten Kräften, das wilde Tier einzusperren. Das war aber schwieriger als gedacht. Fremder: „Das Schwein hat drei erwachsene Männer, die ihm mit einer Holzplatte den Weg aus der Küche abschneiden wollten, einfach zur Seite geschoben.“ Einer der Männer wurde hierbei sogar leicht verletzt. Schließlich gelang es aber doch noch, den ungebetenen Gast festzusetzen und wenige Minuten später durch den Lieferanteneingang aus dem Gebäude zu treiben. Über den Parkplatz fand es schließlich seinen Weg zurück durch die Weser in den Solling.

Der Küchenbereich sei danach sofort gereinigt und desinfiziert und das Wasser vorsichtshalber noch mal gechlort worden, erklärt Fremder. Wenige Stunden später konnten die Gäste wieder ins Wasser.

Die Polizei aus Hofgeismar traf erst ein, als das Schwein schon wieder in Richtung Solling unterwegs war. Ein Gast berichtete von einem zweiten Wildschwein, das unter das auf Stelzen gebaute Außenbecken geflüchtet sei. Die Beamten fanden hier aber keine tierischen Gäste mehr.

Jagd war weit entfernt

Förster Christian Lange, in dessen Revier Brüggefeld auf der anderen Weserseite an diesem Morgen eine Treibjagd stattfand, konnte sich das Lachen bei dieser Geschichte nicht verkneifen. „Darüber werden wir noch in vielen Jahren reden. Dass das Wild bei einer Treibjagd weiträumig flieht, kann zwar passieren. Aber wir waren über drei Kilometer von der Weser entfernt.“ Trotzdem könne die Jagd auf jeden Fall die Erklärung für den Schwimmbadbesuch des wilden Tieres sein. 

Obwohl der Waldbewohner den Küchenmitarbeitern kurzfristig (gewolltermaßen) durch die Lappen ging, gibt es am Sonntag übrigens trotzdem Wildschwein im Restaurant der Therme. Das sei aber Zufall, sagt Nina Fremder mit einem Schmunzeln.

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