Pflanzen am Lamerder Haidberg blühten dank engagierter Frauen wieder zahlreich

Blütenmeer aus Orchideen

Engagieren sich für die Pflanzenvielfalt ihres Ortes: Christa Kechel, Christiane Sasse und Annedore Boenke (von links) liegt die Natur sehr am Herzen. Vor Jahren setzten sie sich für die Renaturierung des Haidberges ein. Inzwischen wachsen auf dem Kalkmagerrasen wieder seltene Orchideenarten. Fotos:  Temme

Lamerden. Ein wahres Blütenmeer zierte auch dieses Jahr wieder den Haidberg bei Lamerden. Seltene Orchideenarten sind dort zu finden, die nun langsam am Verblühen sind. Dank einer kleinen Gruppe von Lamerdern gedeihen diese besonderen Pflanzen nun wieder im Diemeltal. Annedore Boenke ist eine von ihnen, sie besucht seit Jahrzehnten regelmäßig das Areal, welches lange Zeit lang stark verbuscht, ja fast verwaldet war.

„Als ich 1957 nach Lamerden kam, war ich von der Landschaft und Pflanzenwelt sehr beeindruckt“, sagt die 85-Jährige. Leider seien die Orchideen mit den Jahren immer weniger geworden, weshalb vor knapp zehn Jahren dazu angeregt worden war, das Gebiet zu renaturieren.

„2008 gab es eine erste Besichtigung von der Oberen Naturschutzbehörde“, sagte Christiane Sasse vom Naturschutzbund Altkreis Hofgeismar, die sich ebenfalls um den Erhalt der besonderen Fläche kümmert. Bis 2012 sei Hessenforst damit beschäftigt gewesen, die Kalkmagerrasenfläche von Büschen und Bäumen zu befreien - Stück für Stück hätte man sich voran gearbeitet. Die Ergebnisse dieses Eingriffs zeigten sich dieses Jahr besonders deutlich: „In 60 Jahren habe sie nie so viele Exemplare des Dreizähnigen Knabenkrautes finden können“, so Naturkundlerin Boenke, 30 Pflanzen pro Quadratmeter seien eine enorme Anzahl. Neben diesem finden sich auch Waldhyazinthen sowie verschiedene Ragwurzarten in dem Gebiet.

Damit die außergewöhnliche Pflanzenvielfalt des Haidberges erhalten bleibt, wird er regelmäßig von einem Schäfer und seiner Herde sowie einem Ziegenhirten und seinen Tieren besucht. Früher hätten Landwirte ihren Tieren das Heu von der Fläche gegeben, wenn diese krank gewesen seien. „Denn dort kommen auch viele Heilkräuter vor“, erklärt Boenke.

Die alte Dame, aber auch Naturschützerin Sasse sowie Christa Kechel vom Heimatverein statten dem Haidberg regelmäßig einen Besuch ab. „Die Pflanzen auszugraben, bringt überhaupt nichts, denn sie benötigen die besonderen Bedingungen des Kalkmagerrasens“, weiß Kechel. Außerdem sei es wichtig, dass Wanderer auf den Wegen blieben, da sonst zu viel kaputt getrampelt werde.

Von Tanja Temme

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