Tat wäre möglicherweise zu verhindern gewesen

Bluttat in Calden: Schütze fiel in Zeltstadt mehrfach auf

Lager auf dem Flugplatz Calden: Hier soll der Tatverdächtige mehrfach auffällig geworden sein. Archivfoto: Thiele

Calden. Die Bluttat von Calden wäre möglicherweise zu verhindern gewesen: Der mutmaßliche 25-jährige Täter soll schon vorher auffällig gewesen sein.

Das berichten Mitarbeiter des Flüchtlingslagers übereinstimmend. Auch Drogen könnten eine Rolle gespielt haben.

Laut Mitarbeitern hatte der 25-jährige Wachmann offensichtliche psychische Probleme: Mal sei er „neben der Spur gewesen“, habe abwesend gewirkt, dann wiederum habe er die Beherrschung verloren und soll sein späteres Opfer bereits vor der Tat bedroht haben. Der 25-Jährige soll auch versucht haben, an Psychopharmaka zu kommen. Seinen Vorgesetzten seien die Probleme bekannt gewesen, heißt es aus dem Lager. Auch das Regierungspräsidium (RP) habe diese Informationen bekommen. „Man hätte rechtzeitig intervenieren können, hat aber nichts gemacht“, behaupten Mitarbeiter.

Ob diese Informationen bei den Verantwortlichen ankamen, ist unklar: „Uns ist das alles nicht bekannt, ansonsten hätten wir gehandelt“, sagt Harald Merz vom Regierungspräsidium. Zwischen RP und Sicherheitsfirma gebe es einen regen Austausch. Aber Probleme, die den 25-Jährigen angehen, seien dabei nie zur Sprache gekommen. Falls an den Vorwürfen etwas dran sei, werde es Konsequenzen geben. Zum Thema Drogenkonsum sagte Merz, der RP habe ein großes Interesse, so etwas zu unterbinden, könne aber nicht ausschließen, dass es Drogen in der Flüchtlingsunterkunft gebe. Die Sicherheitsdienste in Calden, Pond und Spectra, äußerten sich nicht.

Dass es Drogen im Lager gibt, hält Stefan Rüppel von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für realistisch. Er betont aber, dass offizielle Belege dafür bisher fehlten. Rüppel sagt auch: Weil der Arbeitsmarkt für Sicherheitskräfte leergefegt sei, seien Security-Mitarbeiter eingestellt worden, die problematisch seien.

Tatort des Leichenfunds in Calden

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