Land Hessen hat sich nun geäußert

Brandschutz im Flüchtlingslager Calden: Erst jetzt liegt Plan vor

Feuerwehr in der Erstaufnahme Calden. Archivfoto: Temme

Calden. Das Land Hessen hat sich erstmals zu möglichen Brandschutzmängeln im Flüchtlingslager Calden geäußert.

Demnach gibt es ein Brandschutzkonzept für die Erstaufnahme. Was das Land nicht sagt: Es liegt erst jetzt der Caldener Feuerwehr vor.

Mit einer umfangreichen Stellungnahme reagiert das Land auf Zweifel, ob die Erstaufnahme auf dem alten Flugplatz ausreichend auf das Großfeuer vor einem Monat vorbereitet war. Dabei waren 19 Menschen verletzt worden. Einigen Kritikpunkten widersprechen die zuständigen Ministerien deutlich, einigen weichen sie aus.

So sei die Löschwasserversorgung der Erstaufnahme ausreichend dimensioniert und liege bei 3600 Litern pro Minute - allerdings unter Einbeziehung umliegender Leitungen. Zudem sei die örtliche Feuerwehr vor dem Brand durch Begehungen über die Örtlichkeiten im Lager informiert worden. Dass die Wohncontainer dem Feuer nichts entgegenzusetzen hatten, kontert das Land mit dem Verweis auf die eingebaute Brandmeldeanlage, die die Menschen rechtzeitig gewarnt habe.

Erstmals nennt das Land auch Kosten: Der Abbau der Containerruine werde 120 000 bis 150 000 Euro kosten. Zu dem Wert der zerstörten Container gibt es keine Angabe. Klar ist aber: Das Land muss die Summe zahlen, die Einrichtung ist nicht versichert - was allerdings so üblich ist.

Feuer in Caldener Erstaufnahme

In einer Frage scheint sich das Land sicher: „Selbstverständlich gibt es für die Erstaufnahmeeinrichtung Kassel-Calden, insbesondere die dortige Containeranlage ein Brandschutzkonzept.“ Das sei von der Kreisbrandinspektion genehmigt worden. Tatsächlich lag das Konzept der örtlichen Feuerwehr bis Montag nicht vor. Man habe es jetzt erhalten und prüfe es, sagt Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz. Eine Genehmigung des Landkreises gebe es bisher nicht, betont die Kreisverwaltung.

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