Schustereder sprach kurz vor Gemeindeparlament

Airportchef versprach im Rathaus mehr Infos und Antworten für November

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Sprach vor dem Caldener Parlament: Geschäftsführer Ralf Schustereder.

Calden. Der Chef des Kassel Airports, Ralf Schustereder, war nur wenige Minuten im Caldener Parlament. Doch versprach er dort, im November mehr Informationen zur Lage des Flughafens zu geben.

Die Ausgangslage

Dort hatte der SPD-Antrag auf Entlassung Schustereders eine Mehrheit bekommen und es sah so aus, als müsste sich die Gemeinde Calden bald für eine Ablösung des Airportchefs stark machen. Doch es kam anders. Schustereder tauchte leibhaftig in der Gemeindevertretersitzung auf und verhinderte so für ihn vielleicht Schlimmeres. Als es dann zur Abstimmung kam, hoben FWG und CDU geschlossen die Hände und votierten mit Nein zu seiner Entlassung. Die SPD stimmte geschlossen dafür.

Der Auftritt

Schustereder war genauso schnell wieder weg, wie er gekommen war. Er sprach kurz über Gründe, warum sich Germania komplett vom Flughafen zurückgezogen hat und versprach mehr Infos und Antworten für November. Sein Auftritt dauerte höchstens zehn Minuten. Das Besondere: Schustereder ist sonst so gut wie nicht greifbar, weder persönlich noch telefonisch. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit Monaten.

Die Reaktionen

Dass er ins Rathaus gekommen war, wurde unterschiedlich bewertet. Ullrich Meßmer von der SPD sagte, Schustereder hätte von sich aus und schon viel früher kommen müssen, „spätestens als klar wurde, dass die Verhandlungen mit Germania gescheitert sind“. Bürgermeister Maik Mackewitz erklärte: „Die Tatsache, dass er sich dem Parlament gestellt hat, war wichtig. Damit wurde etwas Druck aus dem Kessel gelassen.“ Irmgard Croll (FWG) sagte, Schustereder sei mit seinem Besuch im Rathaus in die Höhle des Löwen gekommen. Brigitte Gerstenberg (CDU) nannte es eine „Überraschung“, dass Ralf Schustereder da war.

Die Debatte

Die Diskussion um den SPD-Antrag auf Entlassung beherrschte vor allem ein Thema: Welchen Sinn hat der Antrag und was will die SPD damit erreichen? „Ein Zeichen setzen“, sagte Andreas Reichardt (SPD). „Wir wollen Veränderungen, damit wir für 2017 vielleicht noch etwas für den Flughafen erreichen können. Das geht nur mit einem Führungswechsel.“ Eine Politik des Kuschelns sei bei dieser Thematik völlig fehl am Platz.

Irmgard Croll von der FWG wies darauf hin, dass nur der Aufsichtsrat für personelle Entscheidungen zuständig ist. „Wir stimmen dem Antrag nicht zu, weil es nicht unsere Hoheit ist – nicht, weil wir mit der Arbeit des Airportchefs zufrieden sind.“

Die Caldener CDU stehe weiterhin zum Flughafen, sagt die Fraktionschefin Brigitte Gerstenberg. „Wir müssen dem erst drei Jahre jungen Airport Zeit geben, sich zu etablieren. Der SPD-Antrag verunsichert nur und ist kontraproduktiv.“

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