Bericht des Gemeindebrandinspektors

Nach Feuer in Erstaufnahme in Calden: Plan für Notfall fehlte

Feuer in der Erstaufnahme vor vier Wochen. Foto: Gräbe

Calden. Im Flüchtlingslager Calden gab es vor dem Großbrand offenbar erhebliche Mängel im Brandschutz. Das legt ein Bericht des Caldener Gemeindebrandinspektors nahe.

Eckhard Bornmann leitete den Einsatz vor einem Monat, bei dem 19 Menschen verletzt wurden. Vor dem Caldener Parlament berichtete Bornmann nun vom Brand.

Laut dem Feuerwehrmann gab es für die ausgebaute Erstaufnahme des Landes Hessen auf dem Flugplatz kein Brandschutzkonzept, obwohl die Caldener Feuerwehr wiederholt nachgefragt hatte. Das Konzept liege der Gemeinde Calden bis heute nicht vor.

Zweifel gibt es an der ausreichenden Dimensionierung der Löschwasserversorgung. Die Rede ist von 48 Kubikmetern pro Stunde - das reiche für ein B-Rohr, also ein einziges großes Strahlrohr. Schriftliche Infos zur Wasserversorgung hat die Feuerwehr bis heute nicht. Zwar behalfen sich die Retter beim Großeinsatz mit anderen Wasserquellen. Doch: „Wir waren kurz davor, dass die Wasserversorgung in Calden zusammengebrochen wäre.“

Problematisch war zudem der fehlende Brandwiderstand der Containergebäude: Der Wert gibt die Zeit an, die ein Bauteil den Flammen standhält - bei den Containern liege er praktisch bei null. So fraß sich das Feuer im Eiltempo durch das Gebäude. „Mit PU-Schaum zusammengeklebte Container - das brennt wie Zunder“, sagte Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz. Wenn er daran denke, in welch unklare Situation man die Feuerwehrleute da geschickt habe, „stellen sich mir die Nackenhaare auf.“ Weil sich bisher nichts geändert habe, könne ein solcher Brand jederzeit wieder passieren.

Auf den Kosten für den Einsatz - bisher geht es um 18.000 Euro für kaputtes Material - will Calden nicht sitzen bleiben. „Wir werden prüfen, wie wir unser Recht geltend machen.“ Das Land Hessen kündigte eine Antwort für Montag an.

Lesen Sie auch:

-Wohncontainer in Caldener Erstaufnahme brannten

-Feuer in Caldener Erstaufnahme: Wie 120 ihren letzten Besitz verloren

-Nach Feuer in Erstaufnahme: 21 Verletzte, darunter drei Brandschützer

-Beim Großbrand in Caldener Erstaufnahme war das Wasser knapp

-Brandursache in Caldener Erstaufnahme ist weiter unklar

-Feuer in Caldener Erstaufnahme: Heute beginnen die Ermittlungen

-Ursache für Brand in Caldener Flüchtlingsunterkunft bleibt ungeklärt

Feuer in Caldener Erstaufnahme

Nach Feuer in Erstaufnahme: Abbau der Containerruine hat begonnen

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.