Flughafen-Gewerbepark: Land einig mit Kassel und Kreis

Wurst zum Geburtstag: Hessens Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender des Airports, Dr. Thomas Schäfer (Mitte), hatte Ahle Wurscht für den Flughafen-Chef Ralf Schustereder dabei. Gekauft wurde die Wurst zuvor in Calden. Links Airport-Sprecherin Natascha Zemmin. Foto: Hoffmann

Calden/Kassel. Der Weg für einen gemeinsamen neuen Gewerbepark von Stadt Kassel, Landkreis Kassel und Gemeinde Calden auf dem alten Flugplatz ist frei.

Man sei sich praktisch einig, bestätigte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer beim dritten Geburtstag des Kassel Airports. Der Kompromiss ist offenbar: Das Land Hessen trägt das finanzielle Risiko eines neuen Gewerbeparks in Calden, falls es zu einer Rückstufung des Kassel Airports kommt.

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Bereits im vergangenen Sommer hatte die Gemeinde Calden dem Plan zugestimmt, auf 65 Hektar des alten Flugplatzes einen interkommunalen Gewerbepark zu errichten. Stadt und Kreis Kassel taten sich schwerer: Während das Land Hessen Calden jegliches finanzielles Risiko abnimmt, könnten Stadt und Landkreis auf Millionen-Kosten sitzen bleiben, wenn die Vermarktung der Flächen stockt.

Denn der Grundstücksankauf und die Entwicklung der Flächen kosten voraussichtlich viele Millionen. 2017 soll der Flughafen laut schwarz-grünem Koalitionsvertrag auf den Prüfstand. Die Befürchtung: Falls er dann zurückgestuft wird, will niemand mehr Gewerbeflächen dort.

Darüber wurde monatelang diskutiert: Mit Erfolg, wie Stadt und der Landkreis Kassel bestätigen. Man habe erfolgreich verhandelt, die Risikoübernahme als zentrale Forderung ans Land sei geklärt. Der Gewerbepark wird Calden zu 48 Prozent gehören, Stadt und Landkreis Kassel sind mit je 26 Prozent beteiligt.

Verhalten äußerte sich Finanzminister Schäfer dagegen zum Konfrontationskurs der Gemeinde Calden: Der kleinste Gesellschafter des Flughafens (sechs Prozent) will seine Anteile unbedingt verringern, weil man sich nach eigener Aussage den Flughafen nicht mehr leisten kann. In letzter Konsequenz droht Calden mit einem Austritt aus der Flughafen GmbH. Die Perspektive für den Airport und die Ansiedlung von Gewerbe würden nicht besser, wenn ein Gesellschafter über Ausstieg diskutiere, sagte Schäfer. Er könne Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz aber verstehen, man bleibe im Gespräch.

An der Haltung Caldens ändert sich nichts: „Wir haben ein konkretes Problem, müssen unser Haushaltsdefizit bis 2020 auf Null fahren“, sagt Bürgermeister Mackewitz. Deshalb habe man sich auf den Weg gemacht, die Flughafen-Anteile zu reduzieren und notfalls „ganz auszusteigen“. Er sei dabei als Bürgermeister gefragt, nicht als Gesellschafter der Flughafen GmbH. Grundsätzlich stehe Calden aber zum Airport.

In Sachen Gewerbepark ist Mackewitz erfreut, aber nicht begeistert: Die Einigung komme „ein Jahr später als geplant“. Und die Auswirkungen des Caldener Flüchtlingslagers auf das Projekt seien noch gar nicht absehbar.

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