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Nach Airport-Calden-Schock: Alle Daten, Fakten, Argumente

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Von: Frank Thonicke

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Kassel/Calden. Nur wenige Monate bleiben den Flughafen-Betreibern, EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia von seinem Vorhaben abzubringen, dass Flughäfen wie Kassel-Calden in zehn Jahren nicht mehr subventioniert werden dürfen. Was kostet der Airport? Was bringt er? Daten, Fakten, Argumente.

BAUKOSTEN: Der Neubau des Flughafens hat 271 Millionen Euro gekostet. Bezahlt hat das der Steuerzahler, und zwar anteilig übernommen vom Land Hessen (233 Millionen Euro), Stadt (15,5 Millionen Euro) und Kreis Kassel (15,5 Millionen Euro) sowie der Gemeinde Calden (7 Millionen Euro).

BETRIEBSKOSTEN: Die Flughafen-Gesellschaft Kassel-Calden ist eine GmbH mit über 150 Mitarbeitern. Die wurden zum großen Teil

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schon 2012 eingestellt, als der Flughafen noch keine Einnahmen hatte. Dementsprechend beträgt für 2012 das Defizit rund 6,6 Millionen Euro. Das Defizit soll im Jahr 2014 auf 364 000 Euro sinken. Dabei rechnet der Flughafen mit Einnahmen aus Landegebühren in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Bezahlt wird das Defizit von den Gesellschaftern entsprechend ihren Anteilen: Land (68 %), Stadt (13 %) Kreis Kassel (13%) und Gemeinde Calden (6%).

EINNAHMEN: Die wichtigsten Einnahmequellen des Flughafens sind die Start- und Landegebühren. Sie werden pro Passagier abgerechnet und liegen in etwa so hoch wie in Paderborn (5,30 Euro).

SUBVENTIONEN: Aus dem oben Gesagten ergibt sich ein unterschiedlicher Zuschussbedarf des Airports im Jahr. Je länger er am Markt ist, umso weniger soll er subvenioniert werden. Setzt sich EU-Wettbewerbskommissar Almunia durch, soll sich Kassel-Calden in spätestens zehn Jahren selbst tragen.

WERTSCHÖPFUNG: Nicht so leicht kalkulierbar sind die Wertschöpfungseffekte, die von dem Airport für die ganze Region ausgehen. Neben den Einnahmen stellen sie wichtige Argumente für den Flughafen dar. Nach einer Studie von Prof. Richard Klopphaus, der als Freund von Regionalflughäfen gilt, werden im zehn Jahren über 4000 Arbeitsplätze direkt und indirekt vom Flughafen abhängen. Das führe zu einer Bruttowertschöpfung von 262 Millionen Euro im Jahr.

Fotos: Die Entstehung des Flughafens in Bildern

PERSPEKTIVEN: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betont, dass Kassel-Calden sich in zehn Jahren allein finanzieren können wird. Grundlage für diese Annahme der Landesregierung ist eine Studie des Institus Inraplan, wonach ab dem Jahr 2023 rund 640 000 Passagiere pro Jahr in Calden starten und landen. Zum Vergleich: Dortmund (jährlicher Zuschussbedarf knapp 20 Millionen Euro) hat 1,9 Millionen Passagiere im Jahr. (tpa/tho)

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