Flughafen: Trotz Putschversuchs kaum Angst bei Türkei-Urlaubern

Mit gemischten Gefühlen: Martina Buk startete in den Türkei-Urlaub. Ihr Sohn Lucas hat überhaupt keine Angst.

Calden. Trotz Putschversuchs und Anschlägen in jüngster Zeit zeigten sich am Dienstag die meisten Türkeireisenden am Flughafen Kassel-Calden in Urlaubsstimmung.

Einige von ihnen gaben allerdings auch Bedenken zu.

Für manche gab es auch kein Zurück mehr: „Ich fliege dort mit gemischten Gefühlen hin“, sagte Martina Buk. Sie hätte tatsächlich in Erwägung gezogen, die Reise nicht anzutreten. Doch da ihr Reiseanbieter keine Kostenerstattung angeboten hätte, habe sie sich schließlich doch für die Türkei entschieden. Besonders froh ist Buk, wenn sie den Flughafen in Antalya hinter sich gelassen hat. „Vor dem Flughafen habe ich schon etwas Angst - wenn wir in unserer Hotelanlage bei Side sind, dürfte eigentlich nichts passieren.“

Auch Sonja Schott wollte zuerst die Reise nicht antreten, wurde aber von ihrem Mann Jörg überredet. „Mein Mann ist bei der Polizei und meint, dass wir im weit entfernten Side in Sicherheit sind“, so die Kaufungerin. Und wenn sie die Lage recht bedenke, so könne doch derzeit überall etwas passieren, nicht nur in der Türkei.

Trotz der Warnungen ihrer Eltern haben sich die drei Freundinnen Aida, Barbara und Zeynep aus Kassel auf den Weg in den türkischen Süden gemacht. Sie hätten überhaupt keine Bedenken, erklären sie. Bekannte, die derzeit in der Türkei seien, hätten gesagt, dass alles entspannt sei.

So sieht das auch Mehmet Bardor, der seine Verwandten im türkischen Süden besuchen will. „Es gibt keinen Grund, Angst zu haben, es ist alles wieder ruhig“, so der Kasseler. Er habe in den vergangenen Tagen oft mit seinen Angehörigen telefoniert, die allesamt Entwarnung gegeben hätten.

Darf man den Worten von Sabina Taschen aus Kassel glauben, die die vergangenen zwei Monate in Side verbracht hat und nun zurückkehrte, so ist die Stimmung für viele schon etwas zu ruhig. „Viele Hotels und Geschäfte haben geschlossen und auch am Strand ist es oft leer“, sagt sie. Diese Saison sei nicht mit den vorherigen vergleichbar, die touristischen Gebiete kämen völlig ausgestorben daher. Ähnlich schildert auch Rückkehrerin Silvana Müller die Atmosphäre: „Wir haben uns zwar am Sonntag etwas gesorgt, doch das war schnell verflogen“, erklärt die Göttingerin. Vor Ort hätten sie eigentlich gar nichts von dem Putsch mitbekommen, ihre Informationen nur aus dem Fernsehen erhalten.

Vermehrte Kontrollen habe sie nur am Abreisetag erlebt - denn auf der Straße in Richtung Flughafen würde stark kontrolliert.

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