Nach Bombenwarnung am Vortag wieder Normalbetrieb

Kassel Airport: Polizei fahndet nach anonymem Anrufer

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Erfolglose Suche: Drei Spührhunde der Polizei durchsuchten Gepäck und Flugzeug. Ein Anrufer hatte vor Sprengstoff in einem Koffer gewarnt. Eine Bombe fand die Polizei aber nicht.

Calden. Die Polizei sucht den anonymen Anrufer, der am Dienstagnachmittag den Kassel Airport lahm gelegt hatte. Unterdessen stellt such auf dem Flughafen wieder Routine ein.

Im Terminal des Kassel Airports saßen gestern 128 Passagiere fest, die von der Gefahrenwarnung betroffene Germania-Maschine nach Antalya konnte erst mit drei Stunden Verspätung starten.

Heute herrscht dann schon wieder ganz normaler Betrieb. „Keiner unserer Mitarbeiter hat irgendwelche Sicherheitsbedenken geäußert“, sagt Natascha Zemmin vom Presseteam der Flughafen-Gesellschaft. Der Notfall-Plan habe reibungslos funktioniert, ebenso wie die Zusammenarbeit mit der Polizei. „Wir gehen den Ablauf der Situation noch einmal Schritt für Schritt durch und gucken, ob alles gestimmt hat“, so Zemmin weiter. Das Fazit falle aber bisher sehr positiv aus.

Viel Positives kann der Unbekannte wohl nicht erwarten, der mit seinem Anruf an der Information des Flughafens für einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr gesorgt hatte. Genaue Zahlen kennt Torsten Werner von der Polizei in Kassel noch nicht, aber wenn so viele Beamte und Fahrzeuge im Einsatz seien, kämen „schon einige Tausend Euro zusammen“.

Die Polizei versucht derzeit, den Anrufer zu ermitteln und prüft, ob das Gespräch über den Provider zurückverfolgt werden kann. Das Motiv des Anrufers sei noch nicht bekannt, wer einen Notruf missbrauche, müsse aber mit entsprechenden Kosten rechnen, so Werner. Ermittlungsansatz sei der Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten.

Auch ein Gespräch mit der Mitarbeiterin, die an der Caldener Flughafeninformation den Anruf entgegen genommen hat, wurde geführt. Bombenwarnungen gehen dort nicht alle Tage ein, aber die Kollegin sei „sehr gelassen“, sagt Natascha Zemmin, „unsere Mitarbeiter werden auch für solche Situationen geschult“.

Wann eine solche Drohung oder Warnung ernst genommen werde, darauf gebe es keine pauschale Antwort, „ehrliche Anrufer geben sich in der Regel aber zu erkennen“, sagt Polizeihauptkommissar Torsten Werner. Die Einschätzung hinge außerdem vom Inhalt der Nachricht ab, wie der Gesprächspartner die Bedrohung schildere und welcher Ort betroffen sei, etwa ein freies Feld oder eben ein Flughafen.

Ist Sprengstoff auf dem Caldener Rollfeld unwahrscheinlicher als bei größeren Flughäfen? „Wir können nicht ausschließen, dass Calden ein Ziel wird“, sagt Werner. Aber auch auf Regionalflughäfen würden sich die Sicherheitsstandards an internationalen Maßstäben orientieren, die sich nicht vom Frankfurter oder Münchener Flughafen unterschieden. Das gelte auch für die Maßnahmen, die von der Polizei bei einer möglichen Bedrohung ergriffen werden.

Flugzeug am Kassel Airport nach Telefonhinweis evakuiert

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