Nach Falschalarm am Airport Kassel: Keine Strafe für Anrufer

Calden. Die Ermittlungen gegen den unbekannten Anrufer, der am 5. Juli für einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am Kassel Airport gesorgt hatte, werden eingestellt.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Kassel auf Anfrage der HNA mit. Der Anrufer hatte vor einem Koffer mit gefährlichem Inhalt in einer Germania-Maschine mit dem Flugziel Antalya gewarnt.

Die Polizei habe den Anrufer nicht ermitteln können, auch der Provider habe keine gespeicherten Daten über das Telefongespräch zur Verfügung gehabt, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Dr. Götz Wied, am Dienstag. Möglicherweise habe der Unbekannte ein Prepaid-Handy benutzt. Weil auch die Zeugenbefragungen - etwa der Flughafen-Angestellten, die den Anruf an der Information in Calden entgegengenommen hat - keine Ergebnisse lieferte, gebe es „keine weiteren Ermittlungsansätze“ mehr, so Wied weiter. Die Kosten für den Großeinsatz, zu denen noch keine genauen Angaben vorliegen, trage nun die Staatskasse.

Weil nach der Warnung per Telefon keine Bombe gefunden wurde, hatte die Polizei Ermittlungen eingeleitet: Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (Paragraph 126 des Strafgesetzbuches). Eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe sind darin vorgesehen.

„Telefondaten dürfen gar nicht für die Ewigkeit gespeichert werden, die Aufbewahrungszeit unterscheidet sich zudem je nach Telefonvertrag und Provider sehr stark“, erklärt der Datenschutzberater Stephan Moers aus Hofgeismar. Je länger die Unternehmen die Daten speicherten, desto aufwendiger und teurer sei das Verfahren. Wie viele nachvollziehbare Spuren ein Anrufer hinterlasse, hänge auch sehr von den Systemen ab, die er verwende. Ein geschickter Nutzer von Internet-Telefonie etwa sei nur schwer aufzuspüren.

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