Täter und Opfer waren in dieselbe Frau verliebt

Neue Aspekte im Caldener Mordprozess - Beziehungstat ist mögliches Motiv

Kassel/Calden. Neuer Aspekt im Caldener Mordprozess: Laut Zeugenaussagen waren der Angeklagte Thomas S. aus Ehrsten und sein Opfer, das er im Februar mit zwei Kopfschüssen getötet haben soll, offenbar in dieselbe Frau verliebt.

Diese hatte ebenfalls im Flüchtlingslager in Calden gearbeitet und soll mit dem Opfer in einer Beziehung gestanden haben.

Der Angeklagte Thomas S. habe auch Interesse an der Frau gehabt, dies sei bei den Mitarbeitern im Flüchtlingslager bekannt gewesen. Sie sei später schwanger geworden, sagten Zeugen – von wem kam bisher nicht zur Sprache.

Der Prozess gegen Thomas S. begann am 19. Oktober vor dem Landgericht Kassel. Laut Anklage hatte sich der 25-jährige mutmaßliche Täter mit seinem Opfer auf einem Feldweg zwischen Ehrsten und Fürstenwald getroffen, um von ihm eine Waffe zu kaufen. Was wirklich der Grund für das Treffen der beiden am Tattag war, ist immer noch unklar. In weiteren fünf Verhandlungstagen sollen die Umstände aufgeklärt werden.

Am zweiten Prozesstag mehrten sich die Hinweise, dass der Angeklagte psychisch angeschlagen ist. Alle Zeugen berichteten von Gefühlsschwankungen. Der mutmaßliche Täter sei ein Einzelgänger, „komisch“ und habe „eine Klatsche“, so die Zeugen. Ein Polizist, der Thomas S. am Abend seiner Verhaftung vernommen hatte, berichtete, dass er unkonzentriert und sprunghaft gewesen sei und im nächsten Moment wieder aufmerksam und klar gewirkt habe.

Laut einem ehemaligen Arbeitskollegen des Angeklagten, sei sogar einmal die Polizei im Flüchtlingslager gewesen und habe nach einem Gespräch mit Thomas S. einem Vorgesetzten geraten, ihn wegen seiner psychischen Verfassung nach Hause zu schicken.

Wie auch schon im Prozessauftakt, schwieg der Angeklagte während der Verhandlung. Der nächste Termin ist am 1. November. 

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