Wheels meet Wings

Oldtimer auf dem Kassel Airport lockten Tausende

Gangster für ein Wochenende: Dieter Raue (links) und Wolfgang Kerst aus Melsungen mit ihrer gefährlichen 30er-Jahre-Limousine.

Calden. Auf dem Airport-Gelände in Calden hieß es Samstag und Sonntag: Wheels meet Wings. Historische Autos, Motorräder und Fluggeräte waren hier zu bestaunen.

Heinz Jordan kann stolz sein auf das Oldtimerspektakel, das er gemeinsam mit seinem Team am Wochenende erstmals nach Calden gebracht hat. Dennoch will er seine Enttäuschung hinsichtlich der Besucherzahlen nicht verbergen, als er am Sonntag gemeinsam mit Schirmherr Dr. Walter Lübcke über das Gelände am Kassel Airport schlendert. „Am ersten Tag sind gerade einmal 1500 Oldtimerfans gekommen“, sagt er und korrigiert damit erste Einschätzungen vom Samstag, die noch von 10 000 gesprochen hatte.

„Werbung haben wir genug gemacht, vielleicht hat es die Menschen bei dem guten Wetter einfach in ihre Gärten gezogen.“ Am Programm jedenfalls kann es nicht gelegen haben, da haben Jordan & Co. nämlich mächtig aufgefahren. „Wir haben unter anderem das teuerste Motorrad der Welt hier, eine Vincent, die gibt es nur noch ein einziges Mal in fahrbarem Zustand und die ist rund 250 000 Euro wert“, sagt Jordan.

Im Fahrenden und fliegenden Open-Air-Museum für alle, die der Faszination der alten Technik verfallen sind, gibt es manch unerwartetes Schätzchen zu entdecken.

Oldtimertreffen "Wheels meet Wings" am Kassel Airport

Da lohnt es sich durchaus, den ein oder anderen Fahrer anzusprechen. Der Hofgeismarer Siegfried Wilme etwa hat eine wirklich spannende Geschichte über seinen schmucken Cadillac zu erzählen, auf dessen ledernen Sitzen einst keine Geringere als Norma Jean Baker gesessen hat, wie es die Fahrzeugpapiere verraten. Die ist besser bekannt als Marilyn Monroe und ist nicht die einzige Blondine, die den Flitzer ihr Eigen nennen durfte. „Bevor ich das Fahrzeug durch Zufall auf einer Messe entdeckt habe, gehörte es Dolly Buster“, sagt Wilme stolz und schweigt sich über den Kaufpreis mit einem Lächeln aus: „Das tut nichts zur Sache.“ Schließlich seien es ganz andere Dinge, die seine Sammelleidenschaft ausmachten, beispielsweise die Geschichten hinter den Oldtimern.

Nicht nur Fahr- und Flugzeuge haben bei Wheels meet Wings spannende Geschichten zu erzählen. Auch eine lebende Motorsportlegende hat sich unter die Oldtimerfans gemischt. „Von den alten Rennfahrern aus den 50ern gibt es tatsächlich nur noch zwei, Stirling Moss und mich“, sagt Hans Herrmann, während er Autogramme schreibt und aus seiner bewegenden Karriere berichtet. Der heute 88-Jährige war einer der vielseitigsten deutschen Piloten, der bei unterschiedlichsten Rennen auf verschiedensten Marken antrat. Er startete erfolgreich bei der Mille Miglia, Targa Florio sowie Carrera Panamericana und ist einer der letzten Zeitzeugen aus dieser Ära.

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