Nach Vorfällen mit Flüchtlingen

Helfer wurden bedrängt: Polizei begleitet Rettungsdienst in Zeltstadt

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Calden. Der Rettungsdienst soll sich bei Einsätzen nicht mehr in die Zeltstadt Calden begeben. Falls dies doch medizinisch notwendig ist, begleitet die Polizei die Retter.

Das erklärte Polizeisprecher Torsten Werner auf HNA-Anfrage.

Hintergrund sei ein Vorfall, der sich bereits am 18. September ereignet habe, erklärte Werner. Demnach war an diesem Tag ein Rettungswagen zur Zeltstadt gerufen worden. Die Besatzung sei allerdings während ihres Einsatzes in der Unterkunft von Flüchtlingen bedrängt worden, auch das Fahrzeug sei angegangen worden. Die Regelung, die man getroffen habe, sehe nach diesem Ereignis so aus: Der Rettungsdienst nehme Patienten im Regelfall direkt an den Sanitätseinrichtungen im Eingangsbereich der Zeltstadt in Empfang.

Zudem sei es der Wunsch der Rettungsdienste, von der Polizei begleitet zu werden, wenn man aus medizinischen Gründen doch zu jemandem direkt im Inneren der Unterkunft gelangen müsse. Dies sei aber bislang noch nicht vorgekommen, ergänzte Torsten Werner.

Polizeieinsatz im Zeltlager Calden

Nach der HNA vorliegenden Informationen hat es in den vergangenen Wochen noch weitere Vorfälle mit medizinischem Personal in der Caldener Unterkunft, in der aktuell 1380 Flüchtlinge untergebracht sind, gegeben. So sei beispielsweise einer Ärztin von einem männlichen Patienten bei einer Untersuchung ein Faustschlag in die Magengegend verpasst worden, erfuhr unsere Zeitung aus sicherer Quelle. Die Medizinerin habe ihre Tätigkeit für die Flüchtlinge in der Zeltstadt dennoch fortgesetzt – bei ihrem nächsten Aufenthalt dort allerdings mit Polizei in Rufweite.

Andere Ärzte berichten hingegen zwar von Sprachproblemen, die Untersuchungen erschweren würden, nicht aber von Bedrohungen oder gar Übergriffen.  

Archivvideo:

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