Germania verstärkt Engagement an anderen Flughäfen

Im Sommer 2017 keine Flüge vom Airport Kassel?

Bald vorbei? Befüchtet wird, dass die Germania ihre Flüge von Kassler Flughafen aus (unser Bild) völlig einstellen könnte. Foto:dpa

Die düsteren Wolken über dem Flughafen Kassel werden immer dunkler. Die Gefahr, dass auch im nächsten Sommer kaum noch oder gar keine Passagierflugzeuge vom Airport Kassel in die Feriengebiete starten, wird immer größer.

Der Grund: Die Germania, die als einzige Fluglinie regelmäßig von Calden aus fliegt, verstärkt ihr Engagement auf den Flughäfen Dresden, Nürnberg und Münster/Osnabrück. Dort wird das Flugprogramm erheblich ausgeweitet. Damit wächst die Befürchtung, dass für den Kasseler Flughafen nichts mehr übrig bleibt.

Die Germania hat sich zu ihren künftigen Calden-Plänen noch nicht geäußert. Der komplette Flugplan für den Sommer 2017 sei noch nicht fertig, hieß es gestern auf HNA-Anfrage.

Dennoch: Insider am Kasseler Flughafen vermuten, dass es nach dem kommenden Winter, in dem es überhaupt keine touristischen Flüge ab Kassel-Calden geben wird, auch im kommenden Sommer schlecht aussieht. Die Mallorca-Flüge, so die Vermutung, könnten von Germania gänzlich eingestellt werden, was bliebe, wäre eventuell ein wöchentlicher Flug nach Griechenland.

Keine Flüge - das wäre auch ein Argument für die hessische schwarz-grüne Landesregierung, den Flughafen im Sommer nach einer Prüfung gegen die Wand zu fahren. Ein Kriterium für den Fortbestand des internationalen Flughafens Kassel sei schließlich, dass dort Flüge stattfinden, hatte die Wiesbadener Koalition bereits betont.

Dass es um die Zusammenarbeit des Flughafens Kassel mit der Germania nicht gut bestellt ist, hatte schon die frühere Vertriebs- und Marketingchefin des Flughafens, Christine Altzinger, berichtet. Sie war wenige Tage vor Ende ihrer Probezeit entlassen worden und hatte schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung des Airports erhoben: Sie sei ein Bauernopfer für die Versäumnisse von Flughafen-Chef Ralf Schustereder. Dass die Verhandlungen mit der Germania über Flüge im Winter platzten, daran habe Schustereder Schuld. Altzinger damals zur HNA: „Ich hatte den Eindruck, dass man von Seiten der Geschäftsführung einfach kein Interesse an der einzigen Fluglinie hatte, die den Kasseler Flughafen bedient.“

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