Skater-Anlage im Bau

Studenten helfen als Sport-Coaches in Caldener Erstaufnahme

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Sie engagieren sich in Calden: Patrick Wicke und Sophie Schmidt sind Sport-Coaches in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Calden. Sport kennt keine Sprachbarrieren. In kaum einem anderen Bereich können Menschen verschiedener Herkunft so einfach zueinander finden.

Auch in Calden hat man das erkannt und sich für das Modellprojekt „Sport und Flüchtlinge“ stark gemacht. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Sport-Coaches, die nicht nur Sportangebote für Flüchtlinge schaffen, sondern auch Kontakte zu heimischen Vereinen herstellen.

Sophie Schmidt und ihr Freund Patrick Wicke wurden im September fit gemacht für ihr Ehrenamt. Seit der Schulung haben die 21-jährige Kasselerin und ihr 20-jähriger Freund aus Calden schon einiges bewegen können. „Sport ist ein wichtiges Ventil – gerade für die Menschen im hiesigen Erstaufnahmelager“, erklärt die Studentin.

Das Engagement in Calden wurde durch ihren Freund Patrick Wicke angestoßen, der als Mitglied der Gemeindevertretung Wind bekam von dem Projekt und gerne helfen wollte. „Die politische Grundhaltung gegenüber Flüchtlingen hat sich in Deutschland in eine Richtung entwickelt, die uns stark gegen den Strich geht. Allein schon deswegen wollten wir helfen“, sagt er.

Im Fokus ihrer derzeitigen Bemühungen steht die Skaterhalle im Flüchtlingslager. Außerdem seien sie gerade dabei, ein Fitnessgerät und Turnmatten für Kinder anzuschaffen. Auch Tore für den Fußballplatz wurden aus dem 20 000-Euro-Etat des Projektes akquiriert sowie 40 Paar Sportschuhe und Stutzen. Daneben wurde ein Satz Trikots gespendet auf Initiative der beiden.

„16 Läufer aus der Erstaufnahmeeinrichtung waren beim Kassel-Marathon dabei. Als es für die Teilnehmer Probleme gab dorthin zu kommen, haben wir den Transfer mit Taxis organisiert“, berichtet die Politikwissenschaft-Studentin.

Für ihr Ehrenamt, für das die beiden eine Aufwandsentschädigung erhalten, sprechen sie sich regelmäßig mit den Sozialarbeitern im Lager ab. Ihre Ideen und Vorschläge werden anschließend von der Gemeindeverwaltung abgesegnet. Dass in der Vergangenheit schon einiges im Bereich Sport passiert ist, freut das Paar: „Einige Flüchtlinge spielen schon länger im örtlichen Fußballverein mit, es gibt Zumba in der Einrichtung und einen Radverleih.“ Da die Mehrheit der Flüchtlinge nur einige Wochen in Calden bleiben, kann natürlich keine echte Integrationsarbeit geleistet werden – dennoch seien solche Projekte wichtig und förderlich: Allein um zum Beispiel zu lernen, wie man sich in Deutschland verhalte.

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