Erste Flüchtlinge am Samstag erwartet

Flugplatz Calden: Zeltstadt für Flüchtlinge wächst im Eiltempo

Calden. Im Eiltempo entsteht auf dem Gelände des alten Flugplatzes eine Zeltstadt für Flüchtlinge: 150 Helfer aus Nordhessen bauen dort Zelte auf, verlegen Stromleitungen und schließen Sanitäranlagen an.

Am Samstag werden die ersten Flüchtlinge erwartet.

„Wir wissen nicht, wie viele kommen: Es können 50 sein oder 400, vielleicht kommen Kinder, vielleicht nicht“, beschreibt Regierungspräsident Walter Lübcke die Unsicherheit, mit der die Planer im RP umgehen müssen.

Der Regierungspräsident ist am Freitag selbst auf dem 23 000 Quadratmeter großen Gelände unterwegs, mit hochgekrempelten Ärmeln, dirigiert Lastwagen. Die Botschaft ist klar: Der RP hat trotz der Ungewissheit alles im Griff.

Dass sich ein leerer Flugplatz innerhablb von 48 Stunden in ein Gewusel aus Zelten und Containern verwandelt, ist aber auch den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken: Das Deutsche Rote Kreuz aus dem Kreis Kassel, das THW aus Kassel und Bad Hersfeld und die Feuerwehren Hofgeismar und Grebenstein sind zu diesem Zeitpunkt dabei. Auch beauftragte Firmen - beispielsweise für den Zeltaufbau - sind beteiligt.

Auf das Gelände geht es durch die riesigen Tore einer alten Flugplatzhalle. Dort wird der Verwaltungs und Speisebereich sein.

Helfer bauen Zeltstadt für Flüchtlinge

Insgesamt zehn Zelte, vier davon Großzelte, werden am Ende stehen. 200 Leute passen in ein Großzelt, durch Unterteilungen sollen viermal vier Meter große Räume entstehen, um ein Minimum an Privatsphähre zu sichern. Die kleinen Zelte für bis zu zwölf Leute sind für Familien gedacht.

Auch auf die angekündigten Unwetter am Samstag sei man eingestellt, sagt RP-Referent Harald Merz: Die Zelte sind extra verzurrt, die Böden mit Holzpaletten befestigt. Die Sanitäreinrichtungen bestehen aus Containern, die extra so versetzt seien, dass Männer und Frauen sich nicht direkt über den Weg liefen - aus Rücksicht auf eventuelle religiöse Vorbehalte.

Einfacher Bauzaun 

Auch einen Zaun hat das Gelände mittlerweile. Es handelt es sich um einen typischen Bauzaun. Auf einen martialischen Übersteigschutz - etwa mit Draht, sei bewusst verzichtet worden, sagt Regierungspräsident Lübcke: „Die Flüchlinge sind frei hier und können sich auch frei bewegen.“

In die Zeltstadt rein werden Fremde aber nicht ohne weiteres kommen. Der Eingang soll bewacht werden, beispielsweise damit dubiose Geschäftemacher nicht zu den Flüchtlingen kämen.

Ein Video vom Aufbau der Zeltstadt folgt.

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