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Demo für offenen Carlsbahntunnel

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Engagiert. Mit Transparenten demonstrierten Mitglieder des ADFC Kreisverbandes und der Initiative für die Öffnung des gesperrten Tunnels. © Vossen

Deisel. Freie Fahrt für Radler durch den Carlsbahntunnel bei Deisel forderten jetzt der Kreisverband Kassel Stadt und Land des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und Mitglieder einer Interessengemeinschaft vor Ort.

Der unter Denkmalschutz stehende Tunnel der stillgelegten Carlsbahn ist gesperrt. Hinter dem Südportal des Bauwerks (1847), das derzeit restauriert wird, befindet sich ein Naturschutzgebiet. Das Innere des Eisenbahndenkmals gilt als Rückzugsraum für eine seltene Fledermausart. Der am Diemelradweg gelegene Tunnel befindet sich im Besitz des Landes Hessen und wird von Hessen-Forst verwaltet.

Die Öffnung des Denkmals für Radfahrer und Fußgänger könne die Attraktivität der Tourismuslandschaft an der Diemel deutlich steigern und so wirtschaftliche Impulse bringen, stellte Karl-Heinz Dworak fest. Er ist der Initiator der Interessengemeinschaft. Der Fischzüchter aus Wülmersen warb während der Demonstration um Unterschriften der Passanten auf dem Diemelradweg.

„Wir unterstützen die Bestrebungen der Interessengemeinschaft, weil sie zu einem Aufschwung im regionalen Tourismus beitragen“, erklärte Dirk Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes ADFC. Das naturverträgliche Nebeneinander von FFH-Gebiet und Radwanderroute funktioniere andernorts schon jahrelang. Als Beispiel führte Schmidt den Milseburg-Radweg in der Rhön an. Er sei nicht zuletzt aufgrund seines Radtunnels überregional bekannt geworden. Bürgermeister Bernhard Klug, der an der Demonstration teilnahm, teilt diese Einschätzung. Wenn auch die Bedingungen nicht eins zu eins übertragbar seien.

Nach dem Vorbild aus der Rhön schlagen die Befürworter der Tunnelöffnung vor, das Bauwerk im Winterhalbjahr mit Rücksicht auf die Fledermäuse zu sperren. Zudem könnten in Teilen des Tunnels hölzerne Zwischendecken mit Einflugöffnungen eingezogen werden. Der ADFC-Kreisverband erklärt: „Im FFH-Gebiet südlich des Deiseler Tunnels gibt es direkt auf der ehemaligen Bahntrasse keine schützenswerten Biotope“. Diese gebe es lediglich links und rechts der Strecke auf etwa 600 Metern. Mit dem dauerhaften Verzicht auf eine Asphaltdecke, einer Amphibien-Schutzanlage entlang der gesamten Wegstrecke im Naturschutzgebiet, naturnahen Schutzzäunen gegen widerrechtliches Betreten sowie Unterführungen für größere Tiere könne dem Rechnung getragen werden. Natürlich seien Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle in der Diemel-aue notwendig, um die Eingriffe in das Schutzgebiet zu kompensieren.

Hinsichtlich der Finanzierung sieht der Kreisverband das Land Hessen in der Pflicht, da der Diemelradweg Teil des Hessischen Radfernweges R 4 ist. Die Unterschriften-Aktion der Interessengemeinschaft läuft noch bis zum Oktober 2011. (ziv)

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