Kali-Produktion Oberweser

Mit einer Stimme gegen Salzsee: Gespräch mit Regierungspräsidenten

Salzsee im Diemeltal? Auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Stammen und Hümme wäre Platz für ein 80 Hektar großes Rückhaltebecken. Der Weg für Fußgänger und Radfahrer müsste dann verschwinden. Foto:  Vossen
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Salzsee im Diemeltal? Auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Stammen und Hümme wäre Platz für ein 80 Hektar großes Rückhaltebecken. Der Weg für Fußgänger und Radfahrer müsste dann verschwinden. Foto:  Vossen

Trendelburg. Die Überlegungen zum Bau einer Pipeline für salzhaltige Abwässer aus dem Kalibergbau und der Kali-Produktion an die Oberweser treibt die Menschen weiter um.

Auch viele Kommunalpolitiker der Region haben bereits klar Stellung gegen Pläne des Kasseler Düngemittelherstellers Kali+Salz bezogen. Allen voran die Bürgermeister von Trendelburg, Liebenau und Oberweser, Kai Georg Bachmann, Peter Lange und Rüdiger Henne. Kai Georg Bachmann hat jetzt seine Bürgermeister-Kollegen im Altkreis Hofgeismar sowie alle Mandatsträger der Region aufgerufen, in dieser Sache „mit einer Stimme zu sprechen und jeglichen Schaden von unserer Heimat abzuwenden“.

Als Trendelburgs Bürgermeister sieht sich Bachmann dabei in einer besonderen Situation. Denn vor den Toren des Trendelburger Stadtteils Stammen könnte, so bisher bekannt gewordene Überlegungen, ein riesiger Salzsee mit einer Fläche von 80 Hektar und einem Fassungsvermögen von 3,5 Millionen Kubikmeter entstehen. Ein solches Rückhaltebecken soll dazu dienen, die Salzfluten dosiert in die Weser abzuleiten - wenig bei niedrigem Weserpegel, mehr bei hohem Wasserstand.

Für den Kasseler Landrat Uwe Schmidt wäre dieses Bauwerk „eine der größten Industriedeponien Europas“. So etwas müsse unbedingt verhindert werden, stimmt Schmidt mit den Kommunalparlamenten an Weser und Diemel überein. Diese hatten in den vergangenen Wochen bereits alle Resolutionen gegen die Pipeline- und Salzsee-Pläne verabschiedet.

Kai Georg Bachmann ruft seine Kollegen und alle Mandatsträger auf, am Dienstag, 22. Januar, um 18.30 Uhr in die Trendelburger Kulturhalle zu kommen. Dann will sich Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke mit seinen Fachleuten den Fragen der Kommunalpolitiker stellen.

„Durch die Teilnahme von uns Bürgermeistern an dieser Veranstaltung könnten wir Geschlossenheit demonstrieren und unsere Position gegen einen Salzsee und eine dauerhafte Einleitung in die Oberweser über Resolutionen hinaus ausweiten“, erklärt Bachmann.

Von Gerd Henke

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