Aufschub für Reinhardswald gefordert

Entscheidung über Windräder fällt Freitag

Reinhardswald. Die endgültigen Entscheidung, wo in Nordhessen Windräder gebaut werden können, fällt am morgigen Freitag. Dann tagt die zuständige Regionalversammlung. 

Windkraftkritiker erhöhen nun noch einmal den Druck auf die Politiker.

Ein Moratorium, also einen Aufschub von fünf Jahren, fordern Windkraftkritiker aus Kunst, Kirche und Naturschutz für den Reinhardswald. Sie wenden sich in einem Schreiben an die Mitglieder der Regionalversammlung. Ihre Argumentation: Die Energiewende sei unterstützenswert, aber aufgrund der fehlenden Speichermöglichkeiten und eines nicht ausreichenden Stromnetzausbaus sei es zu früh, über den Reinhardswald zu entscheiden. Daher sollten die Planungsflächen dort für fünf Jahre nicht bebaut werden.

Auf juristische Konsequenzen weist die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald hin: Es sei ein „hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial aufgrund von Brutvorkommen des Rotmilans“ dokumentiert. Für die Planung hatten die Aktivisten selbst umfangreiche Daten zu den windkraftgefährdeten Vogelarten erfasst. „Auf Basis dieser Daten ist bereits jetzt erkennbar, dass der Bau von Windenergieanlagen auf einigen Vorrangflächen zwangsläufig einen Verstoß gegen das Tötungs- und Störungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes darstellt“, sagt die Vorsitzende der BI, Gabriele Niehaus-Uebel. Sie fordert die Streichung der betroffenen Flächen.

In einem offenen Brief äußert sich der Verein Pro Märchenland: Der Reinhardswald sei „überproportional mit Windvorrangflächen bedacht“. Zudem hätten 20 000 Einwendungen von Bürgern aus der Region Reinhardswald keine Änderungen in den Planungen gebracht.

Ob die Regionalversammlung auf die Einwände noch reagiert, ist fraglich: Laut Mitgliedern wird mit einer Mehrheit für den Teilregionalplan gerechnet.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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