Historischer Bahndamm in Grebenstein empfiehlt sich als idyllischer Aufenthaltsort - Sonntag Einweihung

Zum Erholen auf die Gleise

Früherer Zustand: So sah es auf dem Bahndamm vor Beginn der Umgestaltung zu einer öffentlichen Erholungsfläche aus. Repro: pbb

Grebenstein. Zum Spielen, Treffen, Feiern auf die Gleise: In Grebenstein alles gefahrlos möglich. Der historische Damm der einstigen Friedrich-Wilhelms-Nordbahn empfiehlt sich im Grünzug des Essetals ab sofort als idyllischer Aufenthaltsort für ein geselliges Miteinander. Nach dem Freischnitt von wildem Wuchs, umfangreicher Sanierung der beiden alten Viadukte über Esse und Mühlgraben und der Umgestaltung zu einer zeitgemäßen öffentlichen Freifläche wird das Gelände auf dem Bahndamm am Sonntag, 8. Mai, im Rahmen des Grebensteiner Kunsthandwerkermarktes um 13 Uhr offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Innerstädtisches Kleinod

Das Industriedenkmal in neuer Nutzung erkennt nicht nur Bürgermeister Danny Sutor als „ein wunderschönes innerstädtisches Kleinod“. Eine Vielzahl von Sitzgelegenheiten bieten sich zum Verweilen auf dem Bahndamm an, von wo sich reizvolle Ausblicke sowohl auf die Altstadt als auch auf den Burgberg genießen lassen. In das ansprechend mit Großpflaster befestigte Areal ist eine Boulebahn integriert. Die vor langer Zeit auf Initiative des Fördervereins Ackerbürgermuseum auf einem kurzen Abschnitt verlegten Stahlschienen stammen aus dem Jahr 1948 und sind damit nicht original, sollten aber unbedingt erhalten und in die Freizeitfläche integriert werden. Sie machen die alte Bahnstrecke, die 1875 auf die heutige Trasse verlegt und später abgebaut wurde, noch heute optisch erlebbar.

Das Gleis über den gesamten Platz zu verlängern, scheiterte aus Mangel an Schienenmaterial. Optisch konnte das Ziel dennoch verwirklicht werden: mit der Verlegung schmaler anthrazitfarbener Steinstreifen. Der Unterschied im Material ist kaum zu erkennen. Bahnschwellen ähnliche Platten, unterbrochen von Baumpflanzungen, erlauben Passanten einen problemlosen, niveaugleichen Übergang. Lichtstelen und zwei Stromsäulen komplettieren die Infrastruktur. Geländer bieten zusammen mit den eindrucksvollen Sandsteinbalustraden der Viadukte Sicherheit. Die Hänge des freigeschnittenen Damms wurden mit Bodendeckern bepflanzt.

Unterstadt angebunden

Zwei Zugänge führen zum lauschigen Platz in Höhenlage. Der eine von der Oberstadt über den „Graben“, ein neu geschaffener von der Höllegasse bindet nun auch die Unterstadt an. An beiden Eingängen informieren großformatige Tafeln zur Geschichte der 1848 eröffneten Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, die einst bis nach Bad Karlshafen führte.

Mit dem für das städtische Leben zurückgewonnenen Bahndamm sehen die Initiatoren eine deutliche Attraktivitätssteigerung für das Wohnen in der Altstadt, wo um die Häuser herum zumeist nur enge und schattige Freiflächen zur Verfügung stehen. In die Entwicklung des Mammutprojekts waren die bürgerschaftlichen Arbeitsgruppen einbezogen. Die Feinplanung lag beim Planungsbüro AG Stadt (Kassel).

Von Dorina Binienda-Beer

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