Gebiet Fohlenstatt wird erweitert trotz Bedenken im Stadtparlament

Gewerbe statt Ackerland

Immenhausen. Ausweisung von mehr Gewerbefläche oder Erhalt von hochwertigem Ackerland? Diese Frage mussten jetzt die Immenhäuser Stadtverordneten entscheiden, als der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Fohlenstatt auf der Tagesordnung stand. Dabei ging es um die geplante Erweiterung des bei Unternehmen nachgefragten Areals um 3,7 Hektar in Richtung Burguffeln.

Im Laufe des Verfahrens hatten bereits diverse Verbände und Institutionen, sogenannte Träger öffentlicher Belange, auf die zu befürchtenden Auswirkungen auf den Natur- und Landschaftsschutz hingewiesen. Nun äußerte auch die CDU-Fraktion zunächst Bedenken, ob Ackerboden mit hohem Ertragswert zugunsten von Gewerbe wirklich aufgegeben werden sollte. Nach einer von der CDU beantragten Sitzungsunterbrechung dann doch noch ein einstimmiges Votum des Stadtparlaments: Das Gewerbegebiet soll in der vorgesehenen Form vergrößert werden. „Mit Zähneknirschen und Bauchgrummeln“, so CDU-Fraktionschef Lothar Dietrich, erfolge diese Zustimmung.

Blick auf Arbeitsplätze

Für die SPD hatte zuvor Ingo Kuhlmey argumentiert, mit Blick auf neue Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen müsse sich die Stadt mit der Flächenbereitstellung für Gewerbebetriebe „handlungs- und zukunftsfähig“ machen. Unstrittig ist in der Stadtverordnetenversammlung, dass neue kleinere und nicht störende Betriebe durch eine verdichtete Bebauung verstärkt innerstädtisch angesiedelt werden sollten. Dieses Ziel verfolgt auch der einstimmig beschlossene Bebauungsplan Kampweg. Das Gebiet gegenüber der Schule bietet Möglichkeiten für eine verdichtete Bebauung. Hier soll ein Mischgebiet ausgewiesen werden: Auf mindestens der Hälfte der Fläche sollen Wohngebäude stehen, die andere Hälfte kann von nicht störenden Gewerbetrieben genutzt werden.

Pferdehaltung erlaubt

Für den Stadtteil Holzhausen wurden, wiederum einstimmig, eine Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Wolfsgarten beschlossen. In dem Sonderbaugebiet soll künftig das Wohnen in Verbindung mit Pferdehaltung möglich sein. Im Gespräch ist das private Projekt eines Reiterhofs für erlebnispädagogisches Reiten. Nach Überzeugung der Stadtverordneten würde diese Nutzung keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die bestehende Wohnbebauung mit sich bringen.

Eine Lockerung der Festsetzungen für das Gebiet Töpferweg in Mariendorf fand ebenfalls Zustimmung. Dabei geht es um eine zeitgemäße Anpassung des aus dem Jahr 1984 stammenden Bebauungsplans. (pbb)

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