Quellenstreit kostete Stimmen

Danny Sutor bleibt Bürgermeister in Grebenstein

Grebenstein. Aufgeregt war Danny Sutor am Sonntagabend im Grebensteiner Rathaus nicht, als er auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl wartete – das sagte er zumindest.

Aktualisiert um 22.15 Uhr.

Bei seiner Lebensgefährtin war das anders. Als dann feststand, dass Sutor mit 73, 2 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde, fiel die Anspannung auch von ihr ab. „Jetzt ist alles gut“, so der Kommentar, nachdem sie ihrem Lebensgefährten mit Küssen und Umarmungen gratuliert hatte.

Weil es keinen Gegenkandidaten gab, hielt sich die Spannung im Rathaus zwar in Grenzen, wichtig war das Ergebnis für Sutor aber allemal. „Losgelöst von der Frage, ob ich einen Rivalen hatte oder nicht: Ich wollte auf jeden Fall ein gutes Ergebnis einfahren.“ Dies sei ein Barometer für die vergangenen sechs Jahre seiner Arbeit als Bürgermeister.

Dass 26,8 Prozent der Wähler gegen ihn gestimmt hatten, störte Sutor offenbar wenig. „Mit 73,2 Prozent Ja-Stimmen wurde meine Arbeit gewürdigt. In der Politik kann man es nunmal nicht jedem recht machen.“ Streitthemen wie zum Beispiel die Trinkwasserversorgung durch eine eigene Quelle in Udenhausen hätten wahrscheinlich Stimmen gekostet. Und danach sieht es tatsächlich aus: In Udenhausen stimmten nur 53,67 Prozent für Sutor, in der Kernstadt (78,23 Prozent) und den Ortsteilen Burguffeln (75,59 Prozent) und Schachten (80 Prozent) waren es deutlich mehr. Von den Bürgern, die per Brief abstimmten, kreuzten 74,28 Prozent Ja an.

Die Wahlbeteiligung hatte Sutor höher erwartet: „60 Prozent Wahlbeteiligung muss schon sein. Weniger wäre enttäuschend.“ Dass viele an die Wahlurne gehen, sei auch wichtig für die Mandatsträger, deren Arbeit dadurch anerkannt werde. Doch die Wahlbeteiligung lag mit 54,4 Prozent unter den gewünschten 60 Prozent.

Nach der Verkündung des Ergebnisses und den Gratulationen der Familie wurde Sutor von einer handvoll Grebensteiner Stadtverordneten beglückwünscht. SPD und FDP hatten bei der Wahl der Blumensträuße dieselbe Idee und orientierten sich an ihren jeweiligen Parteifarben. Heike Giede-Jeppes (FDP) Blumenstrauß leuchtete gelb, Wilhelm Neutzes (SPD) rot – wenn auch eher pink. „Wenn es dunkel ist, sieht er aber rot aus“, sagte Neutze und lachte.

Danach ging es noch im Kreise von Familie, Freunden und Stadtverordneten ins Bistro am Markt, wo Sutors Wiederwahl gefeiert wurde. „Ich muss zwar morgen arbeiten, aber ich werde sicher nicht so früh wie sonst im Rathaus sein“, so der Bürgermeister.

Danny Sutor in Grebenstein als Bürgermeister wiedergewählt

Stimmen zu Sutors Ergebnis

Heike Giede-Jeppe, FDP:

„Dass 26,8 Prozent der Wähler gegen Danny Sutor gestimmt haben, obwohl er der einzige Kandidat ist, finde ich erschreckend“, sagte Heike Giede-Jeppe, Fraktionsvorsitzende der FDP. „Jetzt müssen wir sehen, wie er damit umgeht.“ Grebenstein habe mit der Stadtsanierung und dem demographischen Wandel große Aufgaben vor sich.

Wilhelm Neutze, SPD:

„Wir freuen uns, dass Danny Sutor in seinem Amt bestätigt wurde, wir haben mit diesem Ergebnis gerechnet“, sagte SPD-Fraktionschef Wilhelm Neutze. „Die SPD hat selbst keinen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt, weil wir keinen hatten, der Sutor das Wasser reichen kann.“

Uwe Lohmann, CDU:

„Danny Sutor macht einfach gute Arbeit und hat während seiner ersten Amtszeit einiges bewegt“, sagte CDU-Stadtverordneter Uwe Lohmann. Dass er mit 73,2 Prozent wiedergewählt wurde, habe viel damit zu tun, dass er parteilos ist.

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Rubriklistenbild: © Temme

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