Rund 8000 Fans in Hofgeismar bei Konzert

Andrea Berg begeistert auf Hessentag: Schlager-Ikone berührt mit Text und Bühnenshow

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Hofgeismar. Mehr als 45 Minuten zu spät, dafür aber authentisch, stimmgewaltig und mit einer bombastischen Bühnenshow. So präsentierte sich die deutsche Schlager-Ikone Andrea Berg am Freitag-Abend den Fans in der Hofgeismarer Hessentags-Arena.

Andrea Berg startete bei abendlichen 30 Grad vor rund 8000 Schlager-Liebhabern ihre Live-Tour 2015 – auf ihrem Motorrad. Und im Gepäck hatte sie neben 33 Liedern auch einen ganz besonderen Gast.

Doch der Reihe nach: Mit einem Motorrad fuhr die 49-jährige Berg also zwischen Feuerfontänen auf die Bühne, die extra von der Crew mit einem Steg ins Publikum versehen wurde. Und sofort schleuderte sie – in gewohnt knappem Kleid – den Fans ihren Hit „Der letzte Tag im Paradies“ entgegen. Doch das blieb die ersten Minuten über eher verhalten, offenbar doch verärgert über den späten Showstart. Nur wenige Konzertbesucher übten sich im Paartanz und schunkelten im Takt der Musik. Auch das Mitsingen von Bergs Klassikern blieb zunächst auf den Stehblock der hartgesottenen Fans beschränkt.

Begeisterte Pfiffe und Anfeuerungsrufe galten hingegen das ganze Konzert über den sechs Tänzern und Tänzerinnen, die Andrea Berg bei ihrem Auftritt mit filigranen Contemporary-Tänzen und Freestyle-Stücken unterstützten. Die tiefen Ausschnitte der Damen und die sexy Bauchmuskeln der tätowierten Herren waren eine Augenweide. Doch auch die Schlager-Sängerin, die sich in wenigstens sieben unterschiedlichen figurbetonten Glitzer-Kleidern und mit farblich dazu passendem Glitzer- Mikrofon präsentierte, gab auf der Bühne alles. Ihre Outfits waren thematisch jedes Mal auf die Liedtexte und die 3D-animierten Videos abgestimmt, die über die Leinwände an der Bühne flackerten: von eindrucksvollen Unterwasser-Welten hin zu anmutigen Felslandschaften bis zu farbenprächtigen Phantasie-Wäldern. Auch nutze Berg die treppenartig auf der Bühne aufgebauten Etagen bestmöglich aus und machte über den Abend hinweg sicherlich Kilometer, um den Fans an allen Ecken und Enden der Arena gerecht zu werden.

Beim fünften Song „Ich sterbe nicht nochmal“ schien ihr das Publikum die Verspätung weitgehend verziehen zu haben. Denn auch aus den Sitzplatz-Bereichen war erstmals lautstark der Gesang der Schlager-Fans zu hören. Und Berg ging sofort darauf ein, ließ beim Folgelied „Wenn du mich willst“ zunächst die Fans zu ihrer Linken, dann die zu ihrer Rechten die Zeile „… dann küss mich doch“ ergänzen. Insgesamt 14 Hits – darunter „Ich geh mit dir“, „Ich und du“ und „Nicht irgendwann“ – gab die Sängerin, die seit über 910 Wochen mit diversen Alben in den Charts vertreten ist, vor der etwa 25-minütigen Pause zum Besten.

Andrea Berg auf dem Hessentag

Und in der zweiten Konzerthälfte setzte die rothaarige Schönheit sogar noch Einen drauf: Ihre Songs bewegten sich von den eher monotonen Schlager-Melodien mehr und mehr zu Liedern mit Beat und Mitsing-Charakter. Bei „Ein Tag mit dir im Paradies“ und „Das kann kein Zufall sein“ gab es die ersten Standing Ovations im Sitzplatz-Block und nahezu alle sangen mit. Einige verließen sogar ihre Plätze, um auf der Rasenfläche mitzutanzen. Nach insgesamt 22 leidenschaftlich gesungenen Songs holte Andrea Berg dann ihren Überraschungsgast auf die Bühne: DJ Bobo. Zusammen mit ihrem Produzenten und Show-Gestalter gab sie dessen Hit „Somebody Dance With Me“ zum Besten und bewies, dass sie auch außerhalb der Schlager-Szene sängerisch eine Topfigur machen kann.

Schließlich setzte Andrea Berg zu ihrer Solo-Zugabe an. Vor dunkler Bühne, angestrahlt von einem einzigen Scheinwerfe, coverte sie ab 22.25 Uhr Ohrwürmer wie „Ohne dich“ (Münchner Freiheit), „Jenseits von Eden“ (Nino de Angelo) und „Tränen lügen nicht“ (Michael Holm), das die Schlager-Ikone in Verweis auf den „Aaa aaaaaa“-Refrain als „Zahnarzt-Lied“ bezeichnete und dafür Publikumsgelächter erntete. Für die zweite Zugabe – die Lieder 32 („Du hast mich tausendmal belogen“) und 33 („Ich liebe das Leben“) – holte Berg noch ihre Tänzer, Background-Sängerinnen und die Band nach vorn, um ihnen für den tollen Abend zu danken. Schließlich verließ sie die Bühne, wie sie gekommen war: auf dem Motorrad. Und schenkte den Fans zum Abschied noch ein pompöses Feuerwerk über der Hessentags-Arena.

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