Über 700 Bedürftige im Raum Hofgeismar

Armut wächst: Hofgeismarer Tafel sucht neue Mitarbeiter

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Sie sind schon seit Jahren dabei: (von links) Dietrich Ockel, Rolf Müller und Gisela Sauer zeigen das Angebot der Hofgeismarer Tafel. Es kommt zu einem großen Teil aus den Supermärkten der Gegend.

Hofgeismar. Dreimal in der Woche versorgt die Hofgeismarer Tafel insgesamt über 700 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln – und zwar ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter.

Weil die Nachfrage deutlich gestiegen ist, sucht Christoph Freiburger vom Diakonischen Werk Hofgeismar nach neuen Freiwilligen.

„Der anwachsende Niedriglohnsektor und die knapp bemessenen Sozialleistungen machen immer mehr Menschen zu schaffen“, sagt Koordinator Freiburger. Vor zehn Jahren bezifferte die Tafel die Zahl der Bedürftigen noch auf unter 500. Und die Dunkelziffer derer, die Hilfe benötigten, aus Scham aber nicht zu Tafel kämen, sei sehr groß. Das weiß Freiburger durch seine Arbeit als Leiter der Schuldnerberatung bei der Diakonie Hofgeismar. Er hatte seit 2005 schon mehr als 1500 Mandate.

Um die drei wöchentlichen Ausgabetage garantieren zu können, benötigt die Tafel Verstärkung. Mit gegenwärtig rund 80 Mitarbeitern werde man bald an Grenzen stoßen. Gesucht werden Mitarbeiter für den Fahrdienst – nach festen Routen werden Supermärkte, aber auch Bauern und Bioläden angefahren – und die Lebensmittelausgabe. Zur Tafel kommen Geringverdiener, Rentner und Arbeitslose. Einen kleinen, aber steigenden Anteil machen Flüchtlinge aus. „Sobald sie nicht mehr in den Unterkünften des Landes wohnen, wo es ja Verpflegung gibt, sind wir auch für sie zuständig“, sagt Freiburger. Verständigungsprobleme seien keine Seltenheit. Deswegen würde er sich auch über Freiwillige freuen, die Arabisch oder Farsi sprechen.

Insgesamt gibt es 260 Berechtigungskarten. Die stellt das Diakonische Werk allen aus, die Bedürftigkeit nachweisen können. Die Zahl der Familienmitglieder wird eingetragen – und dementsprechend fällt auch die Menge an Lebensmitteln aus, die für einen symbolischen Preis von drei Euro abgeholt werden können.

Freiwillige können sich an Christoph Freiburger wenden: Tel. 0 56 71/60 97 525, E-Mail: christoph.freiburger@ekkw.de oder direkt zum Diakonischen Werk am Altstädter Kirchplatz 5 kommen.

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