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Auslands-Adoptionen im Landkreis Kassel nehmen zu

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Kreisteil Hofgeismar. In Deutschland und auch hessenweit werden immer weniger Kinder zur Adoption freigegeben. Daher nimmt das Interesse an Auslandsadoptionen deutlich zu. Der Landkreis Kassel liegt dabei im Trend.

Im vergangenen Jahr wurde kein Kind zur Adoption freigegeben. In diesem Jahr war es bisher eins. Im Jahr 2008 erhielten noch sechs Paare ein Adoptivkind, das nicht mit ihnen blutsverwandt ist.

Diese Zahlen von Fremdadoptionen teilt das Jugendamt des Landkreises Kassel mit. Einen Grund für den Rückgang sieht Jugendamtsleiterin Käthe Heinrich darin, dass Kinderwünsche heute zwar medizinisch leichter erfüllt werden könnten. Gleichzeitig gehe auf der anderen Seite die Zahl der Geburten und damit die Zahl der möglichen Adoptionsfreigaben zurück.

Auch würden Mütter heute häufiger Hilfsangebote in Anspruch nehmen oder die sanftere Variante der Pflegefamilie für ihr Kind wählen. Stiefelternadoptionen gibt es nach Auskunft von Heinrich deutlich häufiger. Dabei handelt es sich um die Adoption eines Kindes durch den neuen Ehepartner der Mutter oder des Vaters.

 2008 wurden im Landkreis Kassel acht Kinder adoptiert, 2009 waren es elf und in diesem Jahr bisher drei. Zugelegt haben auch die Auslandsadoptionen. Im Jahr 2007 wurden zwölf Kinder, im Jahr 2008 13 Kinder und im vergangenen Jahr sogar 16 ausländische Kinder von Paaren aus dem Landkreis Kassel adoptiert.

Alle Adoptionen werden intensiv vom Jugendamt begleitet. „Auch bei den Auslandsadoptionen übernehmen wir die Nachsorge“, so Heinrich. „Dabei gilt größtmögliche Offenheit“, sagt Käthe Heinrich. Die klassische Inkognito-Adoption, bei der die Wurzeln des Kindes zur Herkunftsfamilie gekappt werden, vermeide man heute.

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