Stadtmuseum Hofgeismar

Ausstellung in Hofgeismar: Rocholl als Pferdemaler

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Faszination Pferd: Rechts ein Wandfüllendes Ölgemälde von Theodor Rocholl mit Motiv aus dem Reinhardswald, links Kinderbilder anno 2016. Museumsleiter Helmut Burmeister (links) erläutert Besucher Hermann Rudolph die Ausstellung.

Hofgeismar. Eine neue Seite des Malers Theodor Rocholl zeigt das Stadtmuseum Hofgeismar.

Egal ob Kunstfreund, Pferdeenthusiast oder Naturliebhaber mit Reinhardswaldpräferenz: Die neu eröffnete Winterausstellung im Stadtmuseum Hofgeismar erlaubt ihren Besuchern eine Annäherung nach persönlichen Interessen. Mit „Theodor Rocholl als Pferdemaler“ hat das Museumsteam diesmal einen Ausschnitt aus dem in Hofgeismar gesammelten umfassenden Werk des Künstlers (1854 bis 1933) in den Fokus genommen, der ihm nach der Militärmalerei höchste Anerkennung einbrachte. Rocholl gilt als der bedeutendste Pferdemaler seiner Zeit.

In seinen Arbeiten erwachen die legendären „Sababurger Wilden“ aus dem einstmals renommierten Beberbecker Gestüt zu neuem Leben. Mit den edlen Geschöpfen in der Kulisse des Mauerparks und des Reinhardswaldes dokumentiert Rocholl auf anziehende Weise Heimatgeschichte.

Neben Zeichnungen und Lithografien sind es vor allem Ölgemälde aus dem ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts, die den Betrachter in eine längst vergangene Zeit eintauchen und in ihrer Perfektion erstaunen lassen. Zwei Monumentalgemälde zieren komplette Wände. In der Begegnung und künstlerischen Auseinandersetzung mit den Tieren voller Anmut und Kraft schien der Künstler nach Erleben des Ersten Weltkriegs und dem Soldatentod seines eigenen Sohnes eine neue Energiequelle gefunden zu haben. Der Reinhardswald wurde zu Rocholls Rückzugsort, dessen Reiz er in jungen Jahren für sich entdeckt hatte. Der Maler revanchierte sich: als Retter uralter Baumbestände und damit als Initiator des heute namhaften Naturschutzgebietes Urwald Sababurg.

Wie intensiv sich der Künstler mit dem Körperbau des Pferdes auseinandergesetzt hatte, zeigen nicht nur Arbeiten von geradezu fotografischer Qualität. Zusätzlich ausgestellte Malerstudien zur Anatomie zeugen von seinem forschenden Interesse, das ihn bis in eine Pferdeschlachthalle geführt hatte. Einen erfrischenden Kontrast zur professionellen Perfektion des Künstlers schafft die Ausstellung mit einer Erweiterung um Pferdebilder 2016 von Kinderhand. Auf Einladung des Museums hatten Schüler der Würfelturmschule eigene Werke beigesteuert.

Kurioser Hintergrund zur Sonderausstellung: Das Museumsgebäude I, das bis zum 26. März Theodor Rocholls Pferde präsentiert, diente ab 1875 den Dragonern am Garnisonstandort Hofgeismar als Pferdestall der Offiziere.

Eintritt frei, Öffnungszeiten auf www.museum-hofgeismar.de

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