Besuch von Kindern aus Georgien: Trickfilmer Artur Klose kritisiert mangelnde Förderung

Fühlt sich unverstanden: Der in Hombressen lebende Künstler Artur Klose, hier bei einer Buchpräsentation in Russland, wünscht sich mehr Unterstützung - von der Stadt Hofgeismar, dem Landkreis Kassel und ganz Nordhessen. Foto: privat / nh, Repro: Rogge-Richter

Kreis Kassel. Artur Klose aus dem Hofgeismarer Stadtteil Hombressen fühlt sich unverstanden - und das nicht zum ersten Mal.

Enttäuscht ist der 45-jährige Trickfilmer und Comiczeichner dieses Mal von der Stadt Hofgeismar, speziell von Bürgermeister Markus Mannsbarth, und überhaupt vom ganzen Landkreis Kassel, insbesondere von Landrat Uwe Schmidt.

Der Grund ist der Besuch von vier Kindern und zwei erwachsenen Betreuern, die laut Klose am Mittwoch aus Georgien angereist sind, um an einem viertägigen Trickfilmworkshop mit ihm teilzunehmen.

Das Problem: Weil sich - so die Behauptung Kloses - „niemand in Hofgeismar, im Landkreis, in Nordhessen“ für die durch ihn geförderte deutsch-georgische Partnerschaft interessiere, müssten die Zwölf- bis 18-Jährigen jetzt vier Tage lang privat bei ihm zu Hause wohnen - ohne Rahmenprogramm. „Leider können die Gäste nichts außer meinem Garten sehen, da mich niemand unterstützt und mir selbst die finanziellen Mittel fehlen, um mit ihnen etwas zu unternehmen“, sagt der Künstler. Infolge mehrerer Projekte mit Kindern und Jugendlichen, die der Freiberufler in dem eurasischen Staat nördlich der Türkei in den vergangenen Jahren geleitet habe, sei in Georgien die Idee entstanden, dass eine ursprünglich zwölfköpfige Gruppe Kinder nach Nordhessen reise, um an einem Kurs mit Klose teilzunehmen. Die Zusammenarbeit mit dem in Oberschlesien geborenen Künstler und Buchautor sei vor rund zwei Jahren von dem Bundesministerium für Kunst und Denkmalpflege des Landes Georgien initiiert worden. „Das georgische Ministerium hat mich unter allen in Deutschland lebenden Künstlern ausgewählt und mich auf Staatskosten eingeladen, um unter anderem durch vier Regionen zu reisen und dort Trickfilmprojekte für Kinder sowie Jugendliche anzubieten“, so Klose.

Nun sei der Gegenbesuch da. Die georgischen Kinder und Jugendlichen wollen laut Klose in Hombressen einen Beitrag über das Thema Gastfreundschaft in Nordhessen erstellen, der auf dem Internationalen Trickfilmfestival in Batumi gezeigt werden soll.

Die Kosten für die An- und Abreise trage zwar ein Verein in Georgien, Kost und Logis für die sechs Gäste müsse jetzt jedoch Klose übernehmen, der zudem kein Honorar für den Workshop bekomme. „Ich habe sowohl den Bürgermeister der Stadt Hofgeismar als auch den Landrat um Unterstützung für die deutsch-georgische Zusammenarbeit gebeten. Beide zeigten kein Interesse“, entrüstet sich Klose. „Jetzt gehe ich privat mit gutem Beispiel voran, wenn die Behörden für meine Projekte kein Geld übrig haben.“

Das sagt Markus Mannsbarth: „Nicht sachlich“

Der Bürgermeister der Stadt Hofgeismar sagt dazu: „Die Stadt unterstützt in vielfältigster Weise Projekte mit Kindern. Anträge auf Förderungen werden alle gleichermaßen behandelt. Allerdings hat Herr Klose keinen Antrag auf Förderung seines Projektes bei der Stadt gestellt. Vielmehr zeichnen sich seine Schreiben durch persönliche Angriffe aus und weniger durch sachlichen Inhalt.“ (pri)

Das sagt Uwe Schmidt: „Kein Antrag gestellt“

„Die persönlichen Angriffe von Herrn Klose entbehren jeder Grundlage und sind nicht mehr von künstlerischer Freiheit gedeckt. Ich hätte einen Förderantrag von Herrn Klose genauso behandelt, wie alle anderen Anträge auf finanzielle Förderung von Künstlern und Veranstaltern. Einen solchen Antrag hat Herr Klose nie gestellt - und nach seinem Verhalten würde ich jetzt keine Veranlassung sehen, Initiativen von Herrn Klose zu fördern.“

Von Sarah Rogge-Richter

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