Feuerwehr musste helfen

Bürgermeisterwahl in Oberweser: Schlossknacker musste Wahlurne öffnen

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Auszählen mit Hindernissen, weil das Schloss der Wahlurne defekt ist, muss Wehrführer Ingo Gerke mit einem Bolzenschneider nachhelfen.

Oberweser. Das wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen: Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Oberweser musste die Feuerwehr helfen, um an die Wahlergebnisse im Wahlbezirk Gieselwerder zu kommen, weil sich die Wahlurne im Haus des Gastes nicht öffnen ließ.

Dabei hatte alles entspannt begonnen: Die Wähler trafen zunächst nur zögerlich ein, gegen Mittag gab es einen ersten Schwung, dann herrschte Flaute bis etwa 16 Uhr, berichteten die Wahlhelfer, die sogar kurz vor Wahlschluss noch Wähler begrüßen konnten.

Punkt 18 Uhr sollte dann die Wahlurne im Haus des Gastes geöffnet werden, doch die Fummelei mit dem Schlüssel an dem Vorhängeschloss blieb ohne Erfolg. Im Inneren rappelte es und der Schlüsselbart griff ins Leere. Hildegard Gunkel-Becker und Ulrike Gerland probierten ihr Geschick minutenlang, doch ohne Erfolg.

Am falschen Ende gespart

Wehrführer Ingo Gerke sah das scho n kommen („Da wurde bei den Schlössern am falschen Ende gespart“) und eilte zum Feuerwehrgerätehaus, wo immer Hilfe zu finden ist. Mit einem schweren Bolzenschneider kehrte er zurück und wie Butter war der Metallbügel des Vorhängeschlosses durchtrennt. „Jetzt wird ein vernünftiges Schloss dafür gekauft, das geht dann aber nicht mehr so leicht aufzubrechen“, sagte er später. Das Auszählen ging dann relativ schnell über die Bühne. Im größten Wahlbezirk der Gemeinde waren die 398 Stimmzettel (darunter zwei ungültige) auch bald ausgezählt und die Unterlagen samt Ergebnis trafen um 18.30 Uhr im nur wenige Meter entfernt gelegenen Rathaus ein.

Wo sich gegen 18 Uhr nur Wahlleiter Dirk Schmitt auf einsamem Posten aufhielt, versammelten sich nach und nach etwa 20 Personen, um die Ergebnisse aus erster Hand zu erfahren und dem einzigen Kandidaten Turrey zu gratulieren.

Dieser fragte, als immer wieder längere Pausen eintraten, in denen man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören, ob es denn keinen Fußball gegeben hätte, über den man reden könnte. Doch rechtzeitig trafen dann auch die übrigen Wahlbezirke ein. Lediglich die Briefwahl, die ebenfalls im Haus des Gastes ausgezählt wurde, ließ auf sich warten. Selbst die ständig anrufenden und immer wieder vertrösteten Hörfunk-Nachrichtenredakteure mussten die 19 Uhr Nachrichten ohne aktuelles Ergebnis verstreichen lassen, weil das Endergebnis noch nicht feststand.

Wahlleiter Schmitt ging dann sogar selbst hinüber zu den Auszählern, um nach der Ursache zu forschen. Sie fand sich im fehlenden Werkzeug: Die zugeklebten Wahlbriefumschläge ließen sich nur schwer öffnen. Um 19.15 Uhr stand dann fest, dass Turrey 82,6 Prozent geholt hatte, und die Gratulationen begannen.

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