„Unehrenhaft und unmenschlich"

CDU: SPD will Sattler aus dem Hofgeismarer Rathaus jagen

Heinrich Sattler

Hofgeismar. Die Hofgeismarer SPD versucht Bürgermeister Heinrich Sattler „unehrenhaft und unmenschlich“ aus dem Rathaus zu jagen – diesen Vorwurf erhebt die CDU. Denn bis Ende des Jahres ist Sattler noch offiziell Rathauschef.

Aktualisiert um 14.30 Uhr

Doch auf Druck von SPD, Linken und WSD soll der Amtsinhaber schon jetzt das Feld räumen und seinen Resturlaub nehmen. Man wolle finanziellen Schaden von der Stadt abwenden, sagt die SPD.

Hintergrund ist: Der Bürgermeister hat erheblichen Resturlaub – sowohl vom Vorjahr als auch aus 2014. Von insgesamt über 50 Tagen ist die Rede. Diesen Urlaub soll er nun nehmen – damit wäre seine Amtszeit praktisch vorzeitig zu Ende. Zudem verfügt Sattler über einen kleinen Etat, den er für seine Aufgaben einsetzen kann. Die Rede ist von Tausend Euro. Diese Mittel sind nun gestrichen worden. Auch Dienstreisen soll er nicht mehr machen.

„Nach 18 Jahren hat es ein Bürgermeister nicht verdient, vom Hof gejagt zu werden“, sagt Maik Sembowski, Vorsitzender der Hofgeismarer CDU. Bei der SPD versteht man die Aufregung nicht: „Es geht darum, dass der Bürgermeister Anspruch auf Auszahlung erheben könnte“, sagt Peter Nissen, SPD-Stadtverbandsvorsitzender. Der Magistratsbeschluss sei nicht bindend, sichere aber die Stadt ab: Nimmt Sattler keinen Urlaub, kann er auch kein Geld einfordern. Was die Stadt das kosten könnte, dazu macht Nissen keine Angaben: „Es geht nicht ums Geld, sondern um das Prinzip.“ Jedem Mitarbeiter der Stadt stehe Urlaub zu, den er auch nehmen solle.

Sattler selbst äußerte sich nicht. Dem Vernehmen nach will er sein Amt weiter ausüben. (gör)

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