Insolvenzverwalter will 100.000 Euro

Ferien-Resort Beberbeck: Klage gegen Geschäftsführer

Hofgeismar. Das gescheiterte Ferien-Resort Beberbeck beschäftigt weiter die Hofgeismarer Stadtpolitik: Weil der Insolvenzverwalter 100.000 Euro von den früheren Geschäftsführern der Besitzgesellschaft Beberbeck fordert, entstehen der Stadt Kosten für eine juristische Auseinandersetzung.

Dabei geht es um 30.000 Euro für Anwälte. Das Geld stellte das Parlament bereit, umstritten war die Entscheidung trotzdem.

Hintergrund ist, dass die Stadt sich in der Pflicht sieht, für die Geschäftsführer, die bis heute Mitarbeiter der Stadt sind, in die Bresche zu springen. Bürgermeister Markus Mannsbarth beruft sich aufs Hessische Beamtengesetz. Das sagt: Wenn die Beamten im Auftrag des Dienstherren eine solche Aufgabe übernommen haben und haftbar gemacht werden, haben sie Ansprüche gegen ihren Dienstherren.

„Eine Haftungsfreistellung kann man machen“, erklärte Dr. Christian Knoche (Linke). Er kritisierte aber, dass nie geprüft wurde, ob der damalige Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU) grob fahrlässig gehandelt hätte. Der zweite Kritikpunkt: Das Honorar der Anwälte sei zu hoch. Das fand auch die FDP, sie hatte 7500 Euro statt 30 000 errechnet. Ingo von Germeten-Neutze (FDP) sprach zudem von einer „moralischen Pflicht der Geschäftsführer“, sich finanziell zu beteiligen. Mannsbarth betonte, man habe die Anwälte gewählt, weil sie mit der Thematik lange vertraut sind.

Am deutlichsten protestierte die WSD: Sie nahm an der Abstimmung nicht teil. Denn die Stadt hatte den Städte- und Gemeindebund in der Haftungsfrage um Einschätzung gebeten, aber laut WSD hatte Hauptamtsleiter Wilfried Eckart den Brief abgezeichnet – und der war einer der Beberbeck-Geschäftsführer. Eckart habe somit die Infos bestimmen könne, die als Grundlage der Prüfung dienten.

Vor einem Jahr hatte Bürgermeister Mannsbarth erklärt, dass es Forderungen des Insolvenzverwalters gegen die Ex-Geschäftsführer der Besitzgesellschaft gibt. Das sind Wilfried Eckart und Karl-Heinz Gerland, beide Mitarbeiter der Stadt. Der Vorwurf: Sie hätten die Insolvenz früher beantragen sollen. Beide hatten Einnahmen auf das Konto der Besitzgesellschaft gezahlt. Dadurch hatte sich die Bürgschaft für die Stadt verringert. Wäre das Geld wie vom Insolvenzverwalter gefordert auf ein Extra-Konto geflossen, wäre das besser für Gläubiger gewesen – aber die Stadt hätte nur einen Teil bekommen. Laut Mannsbarth war damals aber eine Insolvenz nicht absehbar.

Am 8. Dezember ist ein Gütetermin vor dem Landgericht Kassel geplant.

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